Im Vorgehenden habe ich die gegen mich gerichtete Kritik desHerrn Bamberger beleuchtet. Die folgenden Zeilen sollen seine Be-merkungen gegen den Katheder-Socialismus im Allgemeinen betrach-ten. Allein aus • zwei Gründen wird sich auch diese Betrachtungvornehmlich mit dem Verhältnisse der' Angriffe des Herrn B. zu mirzu beschäftigen haben.
Der eine Grund ist der: Es lässt sich allerdings nicht mit Be-stimmtheit sagen, wen Herr B. (S. 16) unter dem einen Gelehrtenversteht, auf dessen Einfluss der Katheder-Socialismus zurückzuführensei. Allein da Herr B. auf S. 16 und 17 von mir vornehmlich redet,und da die Spitze seines ganzen Pamphlets sich gegen mich haupt-sächlich richtet, scheint er an mich zu denken, wenn er von demeinen Manne und einem Buche redet', die genügt hätten, um diesog. Katheder-Socialisten-Schule zu stiften. Sollte diese Auf-fassung aber richtig sein, so muss ich die Ehre, die mir Herr B.erweist, als eine völlig unverdiente zurückweisen. Es ist dann nurein neuer Beweis gegeben, wie wenig die sog. deutsche Freihandels-schule über Diejenigen unterrichtet ist, gegen die sie fortwährendankämpft. Zuerst nämlich entdeckte Herr Eras im GeheimratheDr. Engel die Quelle alles Uebels. Sodann sprach Herr Oppenheimin der „Gegenwart “ von einer Wagner’schen Schule und nannte micheinen Schüler Adolph Wagner’s. Hierauf redete Herr Meyer in der„Spener’schen Zeitung“ von der Roscher’schen Schule, und nun ent-deckt Herr Bamberger in mir Denjenigen, nach dessen Hinrichtungdie ganze „neue Richtung“ erschlagen ist. Wenn die Ehre des7Cqwtov yjevdog noch den übrigen sog. Katheder-Socialisten derReihe nach zuertheilt sein wird, wird die Freihandelsschule der Wahr-heit ziemlich nahe gekommen sein. Denn, während wir freudig be-kennen, auf den Schultern von Roscher, Knies, Engel u. A. zu stehen,haben wir Jüngeren Alle von einander gelernt.
Brentano, ,»Wissenschaft!.“ Leistung. 4