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Unterschiebung gerade des Entgegengesetzten von dem, was sie säg-ten ; und als Hauptbeweismittel: das Streben den Gegner durch Ver-zerren seiner Lehren lächerlich zu machen, Gepolter und Denuncia-tionen. Als Hauptbeweggrund der praktischen Forderungen fandenwir endlich: Hass gegen literarische Widersacher und Furcht, hervor-gegangen aus Classenbefangenheit.
Gegenüber solcher Kampfweise konnte natürlich auch keineEntgegnung stattfinden, welche durch neue Untersuchungen selbstwieder die Wissenschaft forderte. Es konnte sich nur darum han-deln, der Unkenntniss des Angreifers eine Belehrung in den An-fangsgründen, dem flüchtigen Herausreissen einiger Worte und Sätzeden Zusammenhang, in dem sie gebracht, Missverständnissen Auf-klärung, und Verdrehungen oder falschen Behauptungen den wahrenSachverhalt gegenüber zu stellen. Dies ist in den vorgehenden Ar-tikeln geschehen. Kein einziger Angriff des Herrn B. ist unberück-sichtigt geblieben. Ein jeder hat sich bei näherer Untersuchungals ohne Bedeutung gezeigt.
Ist sonach das Feld gesäubert, sind alle Behauptungen und Ein-wendungen, die gegen meine Lehren erhoben wurden, widerlegt, underscheint der Werth meiner Arbeiten durch keinerlei Nebel mehr inFrage gestellt, so bin ich doch eher zu melancholischen Betrach-tungen als zu Frohlocken über den erschlagenen Gegner geneigt.Der Gründe hierzu giebt es mehrere: Vor Allen einen rein per-sönlichen: Habe ich nämlich auch im Vorstehenden die Angriffe
meines Gegners als äusserst oberflächlich und völlig nichtig gezeigt,so habe ich damit gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit dargethan, dassdieselben frivolen Waffen, dass insbesondere Verdrehung meinerLehren und Unterschiebung falscher Behauptungen mir aufs Neue■entgegen treten werden. Ich denke Niemanden werden nach dem,was wir von Herrn B. im Vorstehenden kennen gelernt haben, dieseWorte zu hart erscheinen. Für denjenigen, bei dem dies dennoch•der Fall wäre, folgende letzte Probe der Kampfweise meines■Gegners.
Auf S. 217 und 218 seines Buches erklärt Herr B., dass er von■den auf der Eisenacher Versammlung im vorigen Herbst gehaltenenReden abstrahirend, nur Kenntniss von dem authentischen Text dervon Schmoller streng formulirten Anträge nehme. Ich will es nundahin gestellt lassen, inwiefern es billig ist, diese Anträge gesondertvon den Reden zu betrachten, welche dieselben erklärten und moti-