Kapitel.)
Vertrag mit Fust. Wesen der Erfindung.
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lich noch 300 Gulden zu zahlen, um ihn in den Stand zu setzen, denHauszins und Gesindelohn zu berichtigen, sowie Pergament, Papier,Tinte und was sonst zum Drucken gehört, zu kaufen. Sollten sich diebeiden Kontrahenten in der Folge entzweien, so mußte Gutenberg demFust das Kapital mit Zinsen zurückzahlen und konnte, wenn dies ge-schehen, das von ihm angefertigte Werkzeug als sein Eigentum behalten,wahrend es im Nichtzahlungsfalle dem Fust anheimfiel. Das Geld,welches sie auf den Bücherdruck — „das Werk der Bücher", wie Guten-berg sich in der Klagebeantwortung bezeichnend ausdrückt — und nichtauf die Einrichtung der Offizin verwendeten, sollte als auf das gemein-schaftliche Unternehmen und für den beiderseitigen Nutzen verausgabt an-gesehen werden. Da die zuerst gezahlten 800 Gulden zur Vollendungder Erfindung nicht ausreichten, so schoß Fust Ende 1452 dem Geschäftvon neuem 800 Gulden vor, über welche Gutenberg erst später Rech-nung ablegen sollte. Fust würde natürlich diese Vorschüsse nicht gemachthaben, wenn er nicht vorher von der Ausführbarkeit der neuen Erfin-dung überzeugt worden wäre. Gutenberg andererseits, nachdem er fürdie Verwirklichung seiner Ideen den letzten Rest seines Vermögens zu-gesetzt hatte, suchte selbst unter den lästigsten Bedingungen bei einemreichen Geldmann Hilfe, weil er nur mit ihr seinen großen Gedankenendlich siegreich ins Leben führen konnte.
Worin bestand nun das Wesen und die Bedeutung seiner Erfindung,welcher großen Leistung verdankt Gutenberg seinen unsterblichen Ruhm?
Geschichtliche Unkenntnis und unkritische Methode, örtliche Eifersüchte-leien und beschränkte Leichtgläubigkeit, ja Fälschungen und Entstellungender Wahrheit haben wie auf Verabredung zusammengewirkt, nm-die ur-sprünglich klare und einfache Sachlage zu verdunkeln. Es ist das großeVerdienst von der Ljnde's, das eigentliche Verhältnis für alle Zeitenunumstößlich klar gestellt und Gutenberg den ihm gebührenden stolzenPlatz in der Geschichte gesichert zu haben. Vor Linde bewegte sich diequantitativ reiche, aber qualitativ arme Gutenberg-Litteratur in den aben>teuerlichsten Voraussetzungen und den unbegründetsten Behauptungen.Im wesentlichen liefen diese darauf hinaus, daß man als ersten Anfangeinen Druck mittels hölzerner Tafeln annahm, als Fortschritt über ihnhinaus aber die Herstellung hölzerner und beweglicher Buchstaben alsdas angebliche Verdienst Gutenbergs pries, Peter Schöffer dagegen den