Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Wesen der Erfindung.

sErstcs

Kern der eigentlichen Erfindung, die Herstellung gegossener Lettern, zu>schrieb. Nun hat Gutenberg die Kunst des Drückens überhaupt nichterfunden, weil die Druckerkunst viel alter ist als seine Erfindung. Schondas 12. Jahrhundert kennt den Zcugdruck, Buchbinder- und Tischler-pressen. Im 14. Jahrhundert gibt es bereits ?isnter im Englischenheißt heute, noch der Buchdrucker Printer Briefdrucker und Karten-drucker. Der älteste bekannte Holzschnitt, der heilige Christoph, trägt dieJahreszahl 1423. Um dieselbe Zeit, wenn nicht früher, fing man an,Heiligenbilder auf Holztafcln einzuschneiden und abzudrucken. Auch diegeschnittenen unbeweglichen Holztafeln wurden schon lange vor Gutenberg zum Druck, wenn anch nur weniger Zeilen, meistens zu Über- undUnterschriften benutzt. Zur Herstellung ganzer Seiten, geschweige denngroßer Folianten, genügt der bewegliche hölzerne Buchstabe aber nicht.Dazu ist er'zu weich und sein Kegel zu wenig gleichförmig. Also auchnicht die Beweglichkeit und Selbständigkeit der Lettern, sondern die rich-tige Art der Typenbildung war der Gedankenblitz der Erfindung Gutcn-bergs, wie das Madden und von der Linde überzeugend begründethaben.^ Bei der Herstellung der Thpen ist, wie das von der Lindenäher ausführt, bekanntlich der Stempelschneider die wichtigste Person. Erarbeitet nach einer gezeichneten Vorlage den Buchstaben verkehrt uud er-haben in Stahl aus. Dieser Stcihlstcmpel heißt Patrizc. Die Patrizewird in ein Knpfcrstäbchen eingeschlagen, das dann den Buchstaben rechtund vertieft zeigt. So entsteht die Matrize, welche die Form für denzu gießenden Buchstaben bildet. Zu diesem Zweck wird die Matrize amGrunde des Gießwerkzeugs eingelegt. Die Vervielfältigung der Thpendurch den Guß kann dann vor sich gehen. Die aus einer Metallmisclmng anfänglich wurde, dabei Eisen und Zinu mit verwandt bestehende,gegossene Druckletler zeigt ein Abbild der Patrizesie wird zuletzt durchAbbreche» des Angusses, Abhobelung bis auf die Kcgclhöhe und Schleifensatztauglich gemacht.Das Werk der Bücher" also, d. h. die Möglich-keit der unbegrenzten Vervielfältigung durch den Abdruck von metallenen,aneinander gesetzren Typen von gleichem Kegel und die dadurch ge-gebene Leichtigkeit, Folianten und alle Formate in tausend und mehrExemplaren herzustellen, diese unschätzbare Errungenschaft verdankt dieWelt Gutenberg . Erst seitdem die Thpen hinsichtlich der Kegelgröße imVerhältnis einer ge-metrischen Präzision zueinander stehen, kann man