Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Gutenbergs weitere Schicksale.

sErstes

Bibliographen, wie Madden, von der Linde, de Vinne, welche diese beidenBibelansgaben dem Erfinder Gutenberg zuschreiben, aber es gibt auchsolche, welche diese Riesenarbeit für einen Drucker für unmöglich haltenund ihm nur eine derselben, die zwciundvierzigzeilige, lassen. Thatsache jedoch ist, daß die Schriftarten, mit welchen beide Bibeln gedruckt sind,auch in andern Druck-Erzengnissen wieder vorkommen, die von andernDruckern hergestellt wurden; die Schriftgattung der scchsunddreißigzeiligeuBibel nämlich bei Albrecht Pfister in Bamberg , die der zweiundvierzig-zeiligen bei Peter Schöffer in Mainz . Ebenso finden sich die Charakteredes gleichfalls Gutenberg zugeschriebenenLatKolioon" von 1460 in demVooavularium ex yuo" von 1467, welches die Bechtcrmünze in Elt-vitlc druckten. Helfen sich nun die Bibliographen dieser nicht wegzu-leugnenden Thatsache gegenüber mit der Erklärung, daß die betreffendenSchriftgattungen ursprünglich Gutenbergsche Typen gewesen, später aberin den Besitz der genannten andern Drucker gelangt und dann weitervon diesen benutzt wordcu seien, so kann diese Annahme ebenso gut richtigals falsch sein; jedenfalls aber liefert sie keinen Beweis. Die Geschichtekennt zwar den Namen des Mannes, von welchem die Erfindung aus-gegangen ist, sie kennt auch den ungefähren Zeitpunkt und den Ort ihrerEntstehung; allein der große, That gewordene Gedanke des Erfinders istnicht in einem unzweifelhaften Werke in unbedingt greifbarer Gestaltauf die Nachwelt gekommen. Die Geschichtschreibung steht hier bis jetztzahllosen Zweifeln gegenüber und sieht sich, vorläufig wenigstens, daraufangewiesen, die ersten Druckdcnkmale nach den erkannten Thpengeschlech-tern zu prüfeu und zn vergleichen, Gutenbergs Anteil daran aber aufsich beruhen zu lassen.

Über das fernere Schicksal des Erfinders geben zwei Urkunden Auf-schluß, von denen die eine, das sogenannte Helmaspergerschc Instrumentvom 6. November 1455, von dem Prozeß erzählt, welchen Johann Fust gegen Iohanu Gutenberg wegen Rückzahlung eiues ihm gegebenen, obenerwähnten Darlehns angestrengt hatte. Die andere, Dr. KonradHumcrys Urkunde, besteht aus eiuem von letzterm ausgestellten Doku-ment vom 24. Februar 1468, wonach er sich dem Erzbischof Adolf vonMainz gegenüber verpflichtet, das von dem verstorbenen Johann Guten-berg hinterlassene und ihm gehörige Druckwerkzcng thunlichst nur in derStadt Mainz zu veräußern. Auf diesen beiden Urkunden beruhen alle