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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Anerkennung seitens des Klerus.

^Erstes

druckereien; ja sie gehörten zu denjenigen, welche die ersten deutschenDrucker nach Italien riefen. Anch der hohe deutsche Klerus stand denrömischen Kardinälen an Anerkennung und Eifer für die neue Kunstnicht nach. Berthold von Henneberg, Kurfürst von Mainz , nannte siedie äivina ars imxriinölläi. Sein Nachfolger, Albrecht von Branden-burg , förderte namentlich vor der Reformation den Biicherdruck nachKräften. Die mittlere und niedere Geistlichkeit stand in der Würdigungder Erfindung, als Mittel der Belehrung, hinter dem hohen Klerusebenfalls nicht zurück.Die in Mainz erfundene Buchdruckerkunst"schreibt der Kartäusermönch Werner Rolewinck in seinein Abriß derWeltgeschichte (?aseioulu8 tomporuia)ist die Kunst der Künste,die Wissenschaft der Wissenschaften, durch deren rasche Ausbreitung dieWelt mit einem herrlichen, bisher verborgenen Schatze von Wissen be-reichert und erleuchtet worden ist." Johann Naucler, der erste Rektorder tübinger Hochschule, preist die neue Kunst,weil jetzt so zahlreicheAutoren in drei Sprachen (lateinisch, griechisch und hebräisch), so vieleZeugnisse für deu christlichen Glauben, so viele wie neu erstandene Werkezu haben sind, daß ich glauben möchte, der Welt sei dies Geschenk vonGott gegeben.". Felix Fabri, Dominikaner in Ulm , bemerkt in seinerListoriä 8u6vc»ruw" zum Jahre 1459, daß es keine Kunst in derWelt gebe, welche würdiger, löblicher, nützlicher, ja göttlicher und heiligersein könne, als die in Mainz erfundene Buchdruckerkunst. ^° Kartäuser -und Minoriteumönche waren die gelehrten Mitarbeiter und Korrektorender ersten großen baseler Buchdrucker. Die Brüder vom gemeinsamenLeben gingen schon 1468 vom Abschreiben und Illuminieren von Hand-schriften zum Buchdruck über; ihnen war die Kunst die Lehrerin allerKünste zum Besten der Kirche. Um den Bücherdruck für ihre Zweckewirksam auszubeuten, lernten Mönche das Setzen und errichteten Drucke-reien in den Klöstern, wie z. B. die Benediktiner. So fanden sich deutsche Klosterdruckereien in Straßburg bei den Kartäusern und in Augsburg zu St. Ulrich und Afra, in Erfurt zu St. Peter, iu Magdeburg, Marien-thal im Rheingau, in Nürnberg und Rostock, also in Orten, wo beson-ders die Schreibkunst gepflegt und zu einem hohen Grade der Vollkom-menheit gelangt war. Da nun die Drncker des 15. Jahrhunderts fastausschließlich für die Befriedigung des litterarischen Bedürfnisses derGeistlichkeit sorgten, da sie namentlich die Bibel, Katechismen, Meß-