Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
80
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Mainz: Die Familie Behem. Bamberg .

^Zweites

Zerstörung des Victorstifts durch Markgraf Albrecht von Brandenburg (1552) verlegte Behem sein Geschäft in die Stadt Mainz , ins HausZum Maulbanm", in welchem es unter dem Gründer der Firma bis1558 und später unter seinen Söhnen und deren Erben bis zum Vor-dringen der Schweden zum Rhein blühte. Zwischen 1631 und 1635wurde das Haus zerstört und das Geschäft ruiniert, während die Familiedes letzten Inhabers, Johann Albin, verscholl. Dieser Albin (1594 bis1622) war ein ebenso thätiger Buchhändler als Buchdrucker. Zu An-fang des 17. Jahrhunderts besaß er zwei offene Buchlädeu in Mainz und in Frankfurt . Franz Behem und seine Söhne standen in regemVerkehr mit den bedeutendsten Buchhändlern und Buchdruckern der Zeit.Gemeinsam trieb Franz Geschäfte mit den beiden Mainzer BuchhändlernTheobald Spengel und Niklas Geyer, sowie mir den Kölnern ArnoldBirckmann und Peter Ouentet. Auch mit Sigismund Feyerabend, demrührigen frankfurter Buchhändler, miterhielt er einen Briefwechsel. Über-haupt muß der Geschäftsbetrieb Behems ein sehr ausgedehnter gewesensein. Ganz besonders scheint zur Hebung desselben das kaiserliche Druck-privilegium für die Reichstagsabschiede beigetragen zu haben, welchesihm nach Jvo Schöffers Tode erteilt wurde. ^°

Mit dem Untergange des Behemschen Geschäfts verliert Mainz auchden letzten Rest von Bedeutung für den deutschen Buchdruck und Buch-handel. Ob auch das eine oder andere Geschäft dort noch vegetiert undtheologische Schriften, Lehr- und Gebetbücher oder auch ausnahmsweiseeinmal wissenschaftliche Werke veröffentlicht, die Stadt fällt für die Ge-schichte des Buchhandels gar nicht mehr ins Gewicht und muß sich mitdem Ruhm begnügen, für alle Zeiten als Geburtsort Gutenbergs undals Wiege der größten Erfindung der Neuzeit gepriesen zu werden.

' 2. Bamberg

steht der Zeit nach au der Spitze derjenigen deutschen Städte, in denendie neue Kunst zuerst Eingang fand und wo man sogar noch währendder Thätigkeit des Erfinders zu drucken begann. Ohne der vielfach er-örterten Frage weiter nachzuspüren, wo und wie Albrecht Pfister , Bam-bergs Protothpograph, die Kunst, mit beweglichen Schriften zu drucken,sobald nach Guteubergs Erfindung gelernt hat, möge hier nur die un-umstößliche Thatsache aufgeführt werden, daß sich Pfister in der Bonerschen