Kapitels
81
Fabelsammlung von 1461, welche zu Bamberg als erste deutsche Schriftmit voller Bezeichnung des Ortes und Jahres herausgekommen ist, so-wie in dem „Buch der vier Historien" selbst als Drucker bezeichnet.Beini Mangel aller andern urkundlichen Nachrichten über die Lebens-verhältnisse dieses Mannes, und namentlich über seinen typographischenBildungsgang, läßt sich das Endergebnis aller über ihn verhandeltenStreitfragen in die wenigen Worte zusammenfassen, daß damals eineReihe von Werken mit einer und derselben Schriftgattung hergestellt unddaß in den beiden obigen Fällen durch das unumstößliche gedruckte Zeug-nis Pfisters diese. Schriftgattung als die ihm gehörige erwiesen ist. Nie-mals konnte andererseits der Beweis dafür erbracht werden, daß beiden übrigen, mit denselben Typen gedruckten Werken ein anderer alsPfister der Drucker sei. Will man daher aus den Thatsachen selbsteinen Schluß ziehen, so kann man die gedachten Werke nur als „Druckemit Pfisterschen Typen" bezeichnen; alles andere gehört in das Gebietder bloßen Vermutung. Diese Erstlingswerke zerfallen in datierte undundatierte, und zwar sind zunächst die undatierten: 1) die sechMnddreißig-,zeilige Bibel; 2) der (sogenannte) „vons-t" von 1451, dessen Jahres-zahl sich, wie die bekannte Seeschlange, durch alle ältern und neuernbibliographischen Werke hinzieht, während die pariser Originalblätter die-selbe gar nicht enthalten, vielmehr auf dem einen derselben nur dasWort „Hehdersheym", auf dem andern aber „Vffgerichter vertragwegen der aigen guetter zu Heydersheim 1492" steht; 3) Allegorieauf den Tod; 4) Rechtsstreit des Menschen mit dem Tode; 5) und 6)die Armenbibel in deutscher und lateinischer Ausgabe; 7) „Belial oderTrost der Sünder" (mit dem Namen „Albrecht Pfister zu Bamberg ").— Sodann, die datierten: 8) und 9) die in 31 Zeilen gedruckten Ablaß-briefe von 1454 und 1455; 10) „Eyn manung d christenheit Widderdie Durken" von 1455; 11) Kalender mit der Jahreszahl 1457;12) Boners „Edelstein oder Fabelbuch" von 1461 und 13) „Buch dervier Historien" von 1462.
Bamberg hat indessen eine große Bedeutung nur für die Geschichteder Erfindung und ihrer unmittelbaren Verbreitung; für die spätere wach-sende litterarische Produktion dagegen und den Buchhandel überhauptkommt es gar nicht in Betracht. Nach dem Tode Albrecht Pfisters ver-schwindet die Stadt beinahe 20 Jahre lang aus der Reihe der Druck-
Kapp. I. , , 6