116 Basel: Kleinere Drucker. Johann Amerbach . ^Zweites
der baseler Bibliothek fehlt. Richels Thätigkeit reicht nach den bekanntendatierten Drucken bis zum Jahre 1482, in wclckcm er die lateinischeAusgabe des „^asoioulus temporum" von Werner Rolewinck heraus-gab. Seine Nachkommen Wendel, TheodosiuS und Josias Richcl (Rihel)waren in Straßburg thätig.
Nächst Martin Flach , dem spätern straßburgcr Drucker, von dessenThätigkeit in Basel kein Werk auf die Nachwelt gckommeu, nnd Leon-üard Acbates, der Wohl kaum selbständig in Basel gearbeitet hat undals Wanderdrncker zn Venedig, Vieenza, St. Urso und Padua wieder-gefunden wird, ist Eberhard Fromolt der folgende Typograph, von demjedoch auch nur zwei Drucke aus dem Jahre 1481 bekannt geworden sind.
Ihm folgte der berühmte Johann Amerbach 1478 bis 1514. Erwar 1444 in Neutlingcn geboren, nicht 1434, wie Stockmeher und Reberangeben." Nicht bloß vorübergehend, wie Wenszler, Keßler n. a., hatteer auf Universitäten einige Vorlesungen gehört, er widmete sich der neuenKunst vielmehr erst, nachdem er seine Stndicn beendet und unter demRektorat seines Lehrers und Freundes Johannes Heynlin de Lapide inParis den Grad eines Magisters erlangt hatte. Nach seiner Rückkehrnach Deutschland wurde er eine Zeit lang Korrektor (Tertesrevisor) beiAnton Koverger in Nürnberg. Von hier begab er sich nach Basel , woer wahrscheinlich schon vor 1478 eine Druckerei errichtete, da er, wieerwähnt, bereits 1478 mit Wenszler die frankfurter Buchhändlermessebesuchte. Amerbach war im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts dergrößte gelehrte Drucker und Verleger in Basel und überhaupt einer derbedeutendsten seiner Zeit. Die Erzengnisse seiner Pressen, für welche ersich zuerst der Antiqua statt der gotischen Schrift bediente, zeichnen sichbesonders durch die Korrektheit ihres Textes aus, auf welche er als Ge-lehrter das Hauptgewicht legte. Namentlich verglich >r die verschiedenenHandschriften, deren Herbeischaffung oft mit den größten Schwierigkeitenverbunden war, und lieferte jene kritisch verbesserten Ausgaben, vor allender hervorragendsten Kirchenväter, welche seinen Ruf begründeten. InBasel trat Amerbach in einen Kreis ausgezeichneter Gelehrten ein, einesBeatus Rhencmus, Augustinus Dodo , Johann Eonon, Franciscus Wylerund Konrad Pellikan , welche ihn bei seinen Arbeiten wirksam unter-stützten. Den festesten Halt aber gewährte ihm sein früherer Lehrer,Johann Heynlin, der sich 1484 für immer nach Basel zurückgezogen