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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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120 Basel: Wolfgang Lachner . Frobens Nachfolger. fZweiteS

Gemeinschaft mit andern hergestellt. Von ihm verlegt zu werden galt alseine Ehre, nach welcher eifrig gestrebt wurde. Seine sämtlichen Kor-rektoren waren wissenschaftlich gebildete Männer und selbst hervorragendeGelehrte, wie außer Erasmus, Markus Heiland, Wolfgang Muscnlus,Sigismund Gelemus und Johann Ökolampadius. Vou seinem Verlagsind, außer den Erasmusschen Schriften, das erste im Druck erschienenegriechischeNeue Testament " (welche Ausgabe Luther später als Unter-lage für seine Übersetzung diente) zu nennen, sowie die Werke des Hiero-nymus in neun Folianten 1516 erschienen und die des Augustinus 1529iu zehn Bänden, von welchen bei seinem Tode allerdings erst zwei Bändefertig gestellt waren.

Lachner, welcher Froben zehn Jahre im Tode vorangegangen war,hatte neben der Geschäftsführung für den gemeinschaftlichen Verlag nochGelegenheit zu mehrern andern Unternehmungen gefunden, indem er1495 bei Michael Furter , 1504 bei Jakob von Pforzheim und 1509 beiGregorius Bartholomäus drucken ließ. Nach Lachners Tode trat Froben,wie dies Kirchhofs erwiesen hat, zu Franz Birckmann in Köln in engereBeziehungen.

Nach Johann Frobens Ableben büßte die Druckerei ihre hervorragendeBedeutung teilweise ein. Der älteste Sohn Hieronhmus (1501 bis 1563)hatte schon 1520 einige Werke selbständig gedruckt; auf derKKetoriea"des Aristoteles von diesem Jahre erscheint sein Name sogar zusammen mitdem des Johann Herwagen . Letzterer begab sich jedoch bald darauf nachStraßburg , druckte hier von 1523 bis 1528, kehrte aber dann nachBasel zurück und heiratete nach Johann Frobens Tode dessen WitweGertrud. Mit seinem nunmehrigen Stiefsohn Hieronhmus ging er von1528 ab eine Association ein, welcher 1529 noch Nikolaus Episcopius,oder vielmehr Nikolaus Bischofs aus Rittershofen bei Weißenburg (1501bis 1554), infolge seiner Heirat mit der Schwester des Hieronhmusbeitrat. Aber schon 1531 schied Herwagen wieder aus der Firma aus,um bis 1555 für sich allein weiter zu arbeiten, während HieronhmusFroben, resp, dessen Erben, und Nikolaus Episcopius, bis 1564 vereintblieben. Über den Umfang und die Bedeutung ihres Geschäfts gibt dasvon R. Wackernagcl 1881 in Basel veröffentlichte RcchnungSbuch derFroben und Episcopius nähern Aufschluß. Es umfaßt, wenn auchlückenhaft, die Jahre 1557 bis 1564 und gewährt einen belehrenden Blick