Kapitel.)
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Auch der dritte Typograph Ulms hatte, wie schon oben mit erwähnt,ein gleich trauriges Schicksal. Konrad Dinckmuth war, ehe er Buch-drucker wurde, Buchbinder und muß auch noch als Typograph als solcherweiter gearbeitet haben, denn er wird in den Urkunden 1481 und 1484als Buchbinder aufgeführt, und noch 1486 muß Lienhart Wclschwirt ge-loben, ihm in Zeit von einem Jahre in drei Terminen i50 rote EgrischeFelle zu liefern. Sein erster datierter Druck stammt aus dem Jahre1482. Nachdem er schon früher als Schuldner in dem fatalen Einigungs-buche vorkam, führt ihn das Jahr 1487 wieder in drei verschiedenenEinträgen als solchen auf. Im Jahre 1488 verpfändet er dem ^apier-fabrikanten Martin von Reutlingen wegen einer Schuld das Buch, daser gerade druckte, und 1489 ist er genötigt, sein Haus an der Ecke derUlmergasse verganten zn lassen. Im nächsten Jahre muß er geloben,dem Bürgermeister Hansen Nhthart, welcher im Jahre 1486 den Tercn-tins übersetzt und ihm in Verlag gegeben hatte, 28 gebundene Exemplaredes Werkes sowie 39 (in demselben Jahre gedruckte Lircrsche) Chronikenzu geben, oder aus der Stadt und dem Zehenten zu gehen und nichtzurückzukommen, bis er die Schuld entrichtet. Nachdem er 1494 und1495 noch wiederholt als Schuldner aufgeführt worden ist, zieht er end-lich 1499 von Ulm fort, denn er zahlt die Nachsteuer, und fortan fehlendie Nachrichten von ihm. Bon Drucken kennt man aus seinen Pressenetwa 20, in welchen, wie bei allen ulmer Drucken, die Pflege der deut-schen Sprache zu rühmen ist.
Der schon genannte Gehülfe des Justus von Albano, Johann Reger,kommt von 1486 bis 1489 als Drucker vor und veröffentlichte in diesemZeitraum etwa ein Dutzend Werke. Von 1493 bis 1499 ist noch JohannSchäffler zu nennen, der auch in Frcisingen und später iu Konstanz alsDrucker auftritt.
Bei dem traurigen Schicksal, das beinahe alle bisher genannten ulmerBuchdrucker hatten, ist es nicht zu verwundern, daß mit dem Ausgangdes Jahrhuudcrs die Kunst daselbst allmählich ausstarb, um nie wiederzu ihrer anfänglichen Bedeutung zu erstehen. Außer dem SchulmeisterJohann Grüner, der übrigens ein merkwürdig vielseitiger Mann gewesensein muß, da ihn zeitgenössische Zeugnisse auch als Ökonom, Fürkäufler,Geldschauer und Wirt aufführen — und der später selbst eine Offizin(1522 bis 1532) errichtete, nachdem er vorher schon bei Marx Wirsung