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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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190 Venedig: Nikolaus Jenson, Die weitem deutschen Drucker. sDrittcS

auflegen mußte, den Livius, Virgil u. a,, darunter eine Lciitio 1^1 in-esps (erste überhaupt gedruckte Ausgabe) des Martial, Juvenal , Sallustund eine solche des Tacitus. Sein letzter Druck stammt aus dem Jahre1477.

Den beiden Brüdern folgte zunächst der französische FormschucidcrNikolaus Jenson 1470 mit einer Ausgabe von Cuscbius,v<z ?rasx^-rs,ticms LvanAsIiea", Ouintilian, Justin und verschiedenen SchriftenCicero's ; 147«? druckte er dann eine Bibel mit gotischer Schrift und1478 ein Lreviarium in Quart, wegen dessen vortrefflicher Ausstattunger vielfach als der Fürst der zeitgenössischen Buchdrucker gepriesen wurde,während andere ihn wegen seiner schönen und geschmackvollen Typen denneuen Daedalus nannten. An den bis 1482 thätigen Jenson schloß sichunmittelbar Christoph Waldorfcr (Baldarfer) aus Negensburg (1470 bis1472) an, der von 1471 an unter andern die Briefe des Plinius , die Kom-mentare des Servius über Virgil, das Decameron von Boccaccio unddie Reden Cicero's druckte, allein bald nach Mailand übersiedelte, wo erschon 1474 wieder in Thätigkeit trat. Nach Jlgenstein stimmen dieTypen Waldorfers mit denen Johanns von Speyer überein, wonach alsojener nach dessen Tode diese Schriften erworben zu haben scheint, wäh-rend Wcndelin vou Speyer noch in demselben Jahre mit andern Typenzu drucken begann. ° Johann aus Köln (1471 bis 1487), ein Wandcr-druckcr, druckte 1474 mit Johann Manchen aus Gcrresheim einen pracht-vollen Folianten:Laläi Lsotura supsi ' Ooclieöm." Als Drucker einerschönen Ausgabe des Lactantius (1471) wird von den Bibliographenverschieden Adam von Rotweil und Adam aus dein Ammcrgau genannt.Namen von geringerer Bedeutung für Venedig sind Leonhard Achates ans Basel , Gabriel Petri, Christoph Arnold, Leonhard Wild, sämtlich ausRcgensburg, Nikolaus aus Frankfurt , Johann Hammann, genannt Herzog,Albert aus Stendal, Johann Lucilius Santritter aus Heilsbronn , Bern-hard Maler oder Pictor uud Peter Löslin, letztere beide aus Augsburg .Sie alle beweisen, wie stark damals der Zug deutscher Drucker nachVenedig war. Der bedeutcudstc aber von allen hier namhaft gemachtenMännern und überhaupt einer der gefeiertsten deutschen Drucker warErhard Ratdolt aus Augsburg , welcher, wie schon im vorigen Kapitelerzählt wurde, von 1476 bis 1486 in Venedig wirkte. Cins seinerschönsten hier gedruckten Werke ist der Appian von 1477, welcher