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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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212 Lissabon: Jakob Cromberger. Johann Blavio von Köln . sDrittcs

ralteristisch für den Zeitgeist ist die weitere Bedingung: daß die fremdenBuchdruckerAltchristen" (oUristÄos völkos) seien, d. h. sie durstenfrüher weder Juden, noch Mauren gewesen sein, noch in irgend welchemVerdacht der Häresie stehen,da andernfalls zu besorgen ist, daß siedurch ihre Druckwerke Irrlehren in Unseren Landen ausstreuen". DieVerhandlungen kamen damals zn keinem Abschluß, wurden aber wiederaufgenommen, als es sich um eine zweite Auflage derOrclsna^öks 6,0rkino" handelte. Jakob Cromberger besorgte dieselbe 1521, und zwarwurden das erste und das vierte Buch des Codex zu Evora , die dreiübrigen Bücher zu Lissabon gedruckt. Der Drucker nennt sich auf demTitelblatt Jacobo Crouberguer AlemSo. Spater trat die portugiesischeRegierung noch einmal mit der Firma Cromberger in Geschäftsverbin-dung und ließ die vierte Auflage derOrclenl^ö^ clv i-swo" 1539 inSevilla bei Johann Cromberger drucken, der 1528 die Druckerei sciueSBaters übernommen hatte.

Die Reihe der deutschen Bnchdrnckcr des 16. Jahrhunderts in Por-tugal schließt Ioäo Blavio de Colonia Agrippina, der 1554 bis 1564in Lissabon als Hofbnchdrncker (jm^ie^or re-zio) ansässig war undwährend dieser Zeit 36 Werke herausgab. Den Verbindungen Blavio'smit der Heimat mag es zuzuschreiben sein, daß Bernardim Nil'eiro seineberühmte RitternovclleKenias . 0 No^a,", der die Inquisition das Im-primatur versagt hatte, zugleich mit den Dichtungen des BnkolikersChristovSo Falcäo bei dem kölner Buchhändler Arnold Birckmann (1559)erscheinen ließ.

Während des ganzen 15. Jahrhunderts standen die germanischenVölker hinter den romanischen an wissenschaftlichem Interesse und indessen Bethätigung durch die Buchdruckerknnst entschieden zurück. Erstmit 5er Reformation schlug dieses Verhältnis in sein Gegenteil um.Fortan nahm der Norden Europas eincu mächtigen geistigen Aufschwung,während der Süden, der sich gegen die neuen Ideen schroff ablehnendverhielt und absperrte, zunächst stehen blieb und mit jedem Jahrzehntmehr zurückging. Deutschland verlor allerdings infolge der nur halbdurchgeführten Reformation seine frühere tonangebende politische Stelluug,indessen war es immer noch stark genug, sich durch die geistige Thätig-keit seines protestantisch gewordenen Teils bis zum Dreißigjährigen Kriegefür ganz Cnropa die Oberherrschaft ans dem wissenschaftlichen Gebiete