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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Kapitel.)

Ornamentation des Ledcreinbands.

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Blätter, die primitivste Art der Pappenbcreitung. Durch Überzieheneines solchen Deckels mit Schweins- oder Zicgenleder erhielt man einendauerhaften, biegsamen und nicht schwerfälligen Einband, und besondersin Spanien hat sich diese Methode lange erhalten.

Im spätern Mittelalter wandte sich die Ornamentation dem Lederzu und zwar in zwei Hauptrichtungcn. Der Ledcrüberzug des Deckelswurde gepreßt, geprägt, geschnitten, getrieben, mit Gold und Farben(namentlich schwarz und rot auf weißem Grunde) bedruckt, oder dieserÜberzug wurde aus verschiedenfarbigen Ledcrstücken musivisch zusammen-gesetzt.

Das Pressen oder Prägen geschah mittels metallener Stempel, Stan-zen, Matrizen, das Bild, figürlich oder ornamental, wurde entweder ver-tieft oder, durch Niederdrücken des Grundes, erhaben hergestellt. Sosehen wir Heiligenfiguren, christliche Symbole, in der RenaissancczeitAllegorien, Helden und Heldinnen des Altertums u. dgl. m. dargestellt,umgeben von Leisten oder Friesen mit fortlaufendem Ornament, welchesmit einer gravierten Rolle aufgepreßt worden ist, oder von einzelnenOrnamcntmotiven ans der Tier- oder Pflanzenwelt, auch heraldischenEmblemen, die gewohnlich versetzt, d. h. in dieser Anordnung er-scheinen, oder endlich inmitten einer architektonischen Umrahmung, diesich nicht selten zu förmlicheil Tcmpelfassaden u. dgl. entwickelt.

Mitunter ist den Umrissen, welche durch das Pressen allein nichtimmer in genügender Schärfe herauskamen, durch Schneiden nachgeholfenworden, wie an einem Bande aus dem 15. Jahrhundert in der Lempertz -schen Sammlung, jetzt im Besitz des Deutschen Buchhändlervereins; inandern Fällen ist aber die Arbeit des Lederschnitts, welche, maurisch-spanischer Herkunft, häufiger bei Sesselbczügcn, Futteralen, Pulverhörnernu. s. w. zur Anwendung gekommen ist, vollständig durchgeführt. Beidieser ist die Oberfläche des Leders im Gegensatz zur Pressung mitMessern, Meißeln und Punzen bearbeitet, seltener, wenn es sich um hohesRelief handelte, von der Rückseite her wie Metall getrieben.

Für die Pressung mit Gold, Schwarz oder Rot, beziehungsweisemehrern Farben nebeneinander, sind sowohl Rollen als Stanzen benutztworden, welche beiden durch die, angeblich von Pierre Gaillard in Paris (um 1600 bis 1615) erfundenen Fileten, die halbmondförmigen Stem-pel, verdrängt wurden. Diese letztern gewährten der Phantasie des aus-