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Maioli und Grolier.
Wertes
Pressung, aber mit Goldlinien contouriert, bedeckt, durch welches sich reiches,graziöses goldenes Ranken- und Blattwerk hinschlingt. Die Bücher ausseiner Bibliothek werden heute mit Tausenden von Franken bezahlt undbefinden sich zumeist im Besitz reicher Sammler. Ein besonders inter-essantes Exemplar gehört der Bibliothek Brunets an; es hat auf demDeckel Maioli's Devise, auf dem Titel aber diejenige Jean Groliers,der, unverkennbar angeregt durch den Italiener, in der Geschichte derfranzösischen Buchbindung eine entsprechende Stellung behauptet.
Jean Drolier de Servin Vicomte d'Aiguish (1479 bis 1565),unter fünf Königen, Ludwig XII., Franz I. und II., Heinrich II. undKarl IX. , in hohen Staatsämtern beschäftigt, brachte wiederholt in könig-lichem Auftrag längere Zeit in Italien zu, und scheint dort die noblePassion der Bücherliebhaberei überhaupt und insbesondere den Geschmackam Stil Maioli's angenommen zu haben; er ahmte den letztern sogarin der Bezeichnung: ^o. Krolisrii st ^micorurn nach. Sein Reichtumgestattete ihm, durchweg die besten und schönsten Ausgaben anzuschaffen —abgesehen davon, daß seine persönlichen Verbindungen mit Autoren seinerBibliothek viele Dedikationsexemplare zuführten — und die Einbändedurch die trefflichsten italienischen Kunsthandwerker mit Anwendung desteuersten Materials ausführen zu lassen. Da er selbst Zeichner gewesenist, vermutet man bei ihm eigenen Anteil an den Entwürfen; doch warauch Geoffroy Tory für ihn thätig. Seine Einbände nahmen frühzeitigdie Aufmerksamkeit der Sammler in Anspruch, und man findet dieselbenaußer in den öffentlichen Bibliotheken zu Paris, Wien (aus dem Nach-laß des Prinzen Eugen von Savohen), Wolfenbüttel u. s. w. vornehm-lich bei reichen Privatleuten Englands und Frankreichs . Die meistenBände sind in der Art Maioli's mit Band- und Rankenwerk ornamen-tiert, mitunter mischen sich bereits Cartouchen mit aufgerollten Endungenein. Seltener sind rein geometrische Muster und vielleicht ein Unikumist der von Libri a. a. O. abgebildete Deckel von Jamblichus, „vs m^s-tsriis ^.s^xtioruw", welcher einen antikisierenden Portikus in ornamen-taler Umrahmung zeigt. Der Stoss ist in der Regel braunes Leder, diebreitern Streifen häufig von anderer Farbe, olivengrün oder auch schwarz;in der Anwendung des Goldes bekundet sich stets der geläutertste Ge-schmack. Außer der obengenannten Devise kommen noch mehrere anderevor: ^.eHue ckMeulter mit einer Hand, welche einen Nagel aus einer