273 Vermischung von Buch- und Warenhandel. Filialen. Wnftes
Mutterlande vermittelt und Handschriften Don Basel nach Hause gebrachthatten, so zählte auch die im ganzen 320 Bände umfassende Kapellen-bibliothek in Hermannstadt im Jahre 1500 schon 167 deutsche Inkunabeln,darunter 11 aus Augsburg, 22 aus Basel, 23 aus Köln, 28 aus Straß-burg und 51 aus Nürnberg , sowie außerdem 114 aus Venedig. AuchRiga und Reval bezogen im spätern Mittelalter ihren geringen littera-rischen Bedarf, namentlich an kirchlichen Hilfsmitteln, über Lübeck . Seitden ersten Anfängen der Buchdruckerkunst standen, dem frühern Verhältnisentsprechend, die dortigen nicht unbedeutenden Kaufleute Konrad Hürle-mann und Ambrosius Segeberg schon in unmittelbarer Geschäftsverbindungmit Frankfurt a. M, kauften bei Johann Fust ein und sandten 1467 cmKord Romer in Riga und Marquard von der Molen in Reval eine An-zahl gedruckter Bücher zum kommissionsweisen Verkauf, nämlich 2 Bibeln,15 Psalter und 20 Kanon. Die Zahl dieser Bücher ist zu groß, alsdaß sie für den eigenen Bedarf hätte bestellt sein können. Aus ihraber ergibt sich die Folgerung, daß, wie die übrigen Ausfuhrartikel, dielübecker Kaufleute auch die litterarischen Bedürfnisse oder Aufträge fürihre Geschäftsfreunde in den Ostseeprovinzen vermittelt haben." Diespärlichen Reste der leipziger Gerichtsakten erweisen außerdem, daß dieseVermischung des Buchhandels mit dem Warenhandel in Leipzig und aufder leipziger Messe bis gegen die Mitte des 16. .Jahrhunderts an-gedauert hat. Die kleinern Meßplätze treten dabei allmählich immermehr, und zuletzt ganz, vor der täglich wachsenden Bedeutung Frankfurts und später Leipzigs zurück. Die Einzelheiten über diesen Punkt müssenden Kapiteln über die Buchhändlermessen der beiden zuletzt genanntenStädte vorbehalten bleiben.
Außerdem aber errichteten die Verleger Filialen, oder wenigstensNiederlagen, in den bedeutendsten Städten des In- und Auslandes.Auch hier sind wieder Fust und Schöffer die ersten, welche, schon ehedie Buchdruckerkunst eine heimische Stätte in Paris gefunden hatte, dorteine Zweigniederlassung gründeten. Gleich ihnen ist hier auch AntonKoberger in Nürnberg zu erwähnen, welcher in der Person des Johannvon der Brück aus Flandern bereits 1476 einen Faktor in Paris hatte.Nach des letztern bald erfolgtem Tode war er dort später durch Jo-hannes Blumenstock, genannt Heidelberg , vertreten. „Mich hat meinJunckher uff Paris gesetzt", berichtet der treue Mitarbeiter, „Bücher zu