Kapitcl.Z
Kobergers und Anderer Filialen und Faktore.
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verkauffen und zu Gelt zu machen. Ich hab zu versorgen zween ladenbuecher, die zu sortiren, collationiren und schön und süber und ordentlichzu halten und darum gute Rechenschaft zu geben, so best ich mag/'Außerdem hielt Koberger an verschiedenen Orten „offen Cräm und Ge-wölbe", wie z. B. in Ofen, Krakau und Breslau, in Frankfurt, Regens-burg, Passau und namentlich in Lyon, wenn es ihrer auch nicht vollesechzehn gewesen sein mögen, wie sein Biograph Waldau behauptet^;speziell von Lyon aus vermittelte Kobergers Neffe Johann die Ver-bindungen mit Spanien und Oberitalien . Als seinen Bevollmächtigtenin Passau hatte Koberger mit kluger Berechnung den Domprediger Men-rath Zyndel (1504) angestellt, eine Persönlichkeit, die ganz anders aufden Absatz der Bücher wirken konnte, als ein gewöhnlicher „Diener";wahrscheinlich hatte er die geschäftlichen Beziehungen zu dem Osten zuüberwachen. Auch in Leipzig hielt er in der Person des Buchbindersund Bnchstthrers Peter Element seit dem Beginn des 16. Jahrhundertseinen förmlichen Kommissionär, einen „Faktor", wie gleichzeitig auchJohann Rrmmann von Augsburg in der Person eben desselben Element,später in der Glasius Salomcms. Aldus wiederum hatte seine Kommissions-läger (?) in Wien, Basel, Augsburg, Nürnberg und Paris . Für die be-treffenden deutschen Städte steht die Thatsache längst fest, für Paris beweist sie Erasmus in einem Briefe, welchen er am 27. April 1510von dort an Andreas Ammonius richtete: „Meine Sprichwörter", heißtes unter anderm, „werden hier von neuem gedruckt werden. Die Al-dinischen Ausgaben sind käuflich und nicht teuer; sie kosten nämlich1>/z Scudi, während sie in Rom teuerer verkauft werden. Wer welchewill, möge sie bei jenem Italiener holen, der allein die AldinischenBücher verkauft." Auch Gottfried Hittorp und Ludwig Horncken inKöln unterhielten bis zum Jahre 1512 eine Kommandite in Paris , nachderen Aufgabe aber nicht weniger als drei: in Leipzig, Wittenberg undPrag , welche bis zum Jahre 1524 verfolgt werden können. Vereinzeltfindet sich dieser Geschäftsgebranch noch bis gegen Ende des 16. Jahr-hunderts. Als Beispiel möge Hans Spierinck dienen, welcher die Offizindes Antwerpeners Christoph Plantin von 1577 bis 1583 in Hamburg vertrat."
Die ältesten Buchdrucker waren anfangs immer auch Verleger, da siedie Herstellung und Ausgabe ihrer Unternehmungen auf eigene Rechnung