Verkäufer ihrem Abkäufer Gregor Jordan jeden direkten Verkehr mitden Verlegern untersagten, ihn völlig an ihre Vermittelung banden.Später, in den vierziger Jahren, arbeitete dann Nickel Wolrabe in Leipzig sogar gleichzeitig mit mehrcru Associationen: mit Andreas Wollensäckerund seinen Mitverwandten — sie engagierten ein Kapital von 8000 Gul-den —, mit Gregor Förster und Merten Richter und mit SebastianReusch. Diese verwickelten Beziehungen, deren Einzelheiten hier über-gangen werden müssen, auch schon im zweiten Kapitel berührt sind, ge-stalten sich zu einer förmlichen Schwindclpcriode im leipziger Vcrlags-haudel, ins Leben gerufen durch die Anrcguugen, welche die Einführungder Reformation dein geistigen uud geschäftlichen Leben der Stadt ge-bracht hatte. Auch später, in den fünfziger und sechziger Iahren, stehthinter der ausgedehnten Vcrlagsthätigkeit von Lorenz Finckclthaus und
Ernst Bögclin der reiche Ratsherr Dr. Georg Roth 4°, worauf eben-falls schon im zweiten Kapitel hingewiesen worden ist.
In dieser selben Zeit berichtet der österreichische Jurist Tanncr voneiner Handelsgesellschaft, welche auf fünf Jahre zur Ausführung eineseinzigen bestimmten Zwecks beabsichtigt war. „Mehrere florentiner Kauf-leute", schreibt er am 4. Februar 1554 au Bonifaz Amerbach, „wolleneine gewisse Summe Geldes auf füuf Jahre zusammenschießen, um fünfPressen des dortigen Druckers Laurentius Torrentinus zu beschäftigenund das Lorxus ^juris mit den Glossen des Accursius, des LaeliusTanrelius uud anderer neuerer Kommentatoren zu drucken." Es er-schienen übrigens nur die Pandekten."
Einen, diesem florentiner Unternehmen ähnlichen, auf einen bestimm-ten Kreis von Büchern beschränkten Gcsellschaftsvertrag bildet das Über-einkommen von sieben pariser Buchhändlern, welche gegen das Ende derRegierung Heinrichs III. vor den bürgerlichen Unruhen von Paris nachTonrö geflüchtet waren. Es waren Jamet Mcttayer, königlicher Hofbuch-dnickcr, Claude de Montreocil, George de Nobet, Marc Orrh, SebasticuDu Molin, Mathias Guillemot und Jehan Richer. Am 6. Oktober1591 gingen sie vor dem Notar Charles Bertrand in Tours einen Ver-trag auf zwei Jahre, nämlich vom 1. Oktober 1591 bis 1593, ein, umauf gemeinschaftliche Kosten und Gefahr folgende Werke: die „Imita-tions cls IZonustons", die Schriften von Dcsportes, die TrauerspieleGarnicrs, die Briefe Seneca's , „Diana" von Georg Montcmajor, „I^vus