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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitels Verlagsgescllschaften in Frankreichs Bnchlädcn n. SorrimcntShandcl. 297

äs ?aiiiZAr<)1l6",Geschichte unserer Zeit" undRede über den Staat"zu drucken oder drucken zu lassen. Es stützte sich dieser Vertrag auf dieStatuten einer dieser Vereinigung ziemlich ähnlichen, im Jahre 1586 inParis gegründetenLompg-Zllis äits äs 1s. Ki-anäs Xavs", welche denDruck der Kirchenväter als ihren ausschließlichen Zweck ins Auge gefaßtund die Gebrüder Mettaher zu Druckern gehabt bitte. Die Verwaltungjener neuen Gesellschaft wechselte alle zwei Monate unter den Mitgliedern.Der jeweilige Verwalter hatte die Papiervorräte zu überwachen und denDruckern am Samstag für die folgende Woche einzuhändigen, die gedruck-ten Bogen an sich zu nehmen und zu zählen. Er mußte ferner zweimalin der Woche zwei Stunden lang im Bnreau der Gesellschaft anwesendsein, dort die von den Sortimcntern bestellten Bücher ausliefern undderen Quittungen in Empfang nehmen. Das Kapital der Gesellschaftwar in sechs gleiche Teile geteilt; Du Molin und Guillemot aber hattenzusammen nur ein Sechstel, also jeder von ihnen nur ein Zwölftel Anteil.Die Einlage erfolgte seitens des einen in Papier, seitens der andern inbarem Geld^ oder auch in bereits gedruckten Büchern. Das ganze in dieserWeise eingeschossene Kapital belief sich aus 445 Frankenthaler in Gold,also etwa 9000 bis 10 000 Franken heutigen Geldes. Die Geschäfts-bücher der Gesellschaft durften unter keiuem Vorwaud aus dem l^eschäftshcmse entfernt, sondern mußten mit dcu Wechseln und Wertpapierensorgsam verschlossen gehalten werden. Die Gesellschafter machten übrigensgute Geschäfte und erwarben sich einen vorteilhaften Ruf." Es ist (imVorbeigehen bemerkt) eine interessante Thatsache, daß einer von ihnen,George de Robet, nicht schreiben konnte und sich bei Unterzeichnung desAktes mit einem Kreuzeszeichen helfen mußte.

Im Anfang der Ausübung der Buchdruckerkunst war der Buchladeuuur ein Mittel der Verleger, ausschließlich den Einzclverkauf ihrer eigenenVerlagsartikel zu fördern. Sie behandelten den Sortimcntshaudel alsein Anhängsel und hielten höchstens, nach Gelegenheit und Bedürfnis,außer ihrem eigenen Lager zugleich ein solches für gangbare, nicht selbstverlegte Werke, beziehungsweise solche, die sie wie das Beispiel vv:^Pantzschmanns Buchhandel" zeigt im Interesse des Absatzes ihreseigenen Verlagsum Andere" (nämlich ihre eigenen) hatten annehmenmüssen. Am klarsten tritt dieses Verhältnis in Straßburg hervor. Hierwerden bereits 1408 die zum Münster führenden Stufen (Greden) als