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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Höhe und Verschiedenheit des Honorars.

^Fünftes

dings ein anspruchsloser Mann, mit 16 Gulden per Jahr leben konnte ^und daß Scheurl um 1506 den jährlichen Unterhalt eines wittenbergerStudenten auf 8 Gnlden schätzte. ^ Der berühmte Humanist und JuristUlrich Zasius (1461 bis 1535) verlangte für seine 1526 erschienenenIuts1l6c!tu8 ^juris sinZulares" von seinem Verleger in Basel 50 Gul-den Honorar und erhielt diese damals bedeutende Summe. °^ Ökolam-padius schreibt am 31. Juli 1531 an Zwingli , daß er für 3 Bogenseiner Kommentare zur Bibel einen Gulden Honorar erhalten habe. ^

Konrad Gesner hat schon um dieselbe Zeit im Auftrage der Buch-händler geschrieben und von dem ihm gezahlten Honorar gelebt. Seineerste Arbeit (ein griechisch-lateinisches Lexikon unter Zugrundelegung desWörterbuchs Guarino's von Favera, welches 1525 bei Zacharias Ka-liergi iu Rom erschienen war) hatte er im Auftrag von Heinrich Petri in Basel unternommen, weil er' mit seinem Stipendium nicht auskam.Sodann schrieb er 1539 von Lausanne aus, wo er Professor war, daßkaum eine seiner Schriften so ausgearbeitet sei, wie es der Gegenstanderfordere uud wie es hätte geschehen können, wenn er mehr Muße ge-habt und mit seinen Studien länger zurückgehalten hätte. Das sei ihm aberbei seiner bedrängten häuslichen Lage nicht vergönnt gewesen,denn ichund meinesgleichen", fährt er wörtlich fort, ,sind genötigt, für das täg-liche Brot zu schreiben" In einem seiner spätern Briefe an Bullingervom Jahre 1558 sagt Gesner unter anberm:Warum lässest Du denndas Bücherschreiben nicht beiseite, möchte mir jemand einwenden, undbegnügst Dich nicht mit Deiner Besoldung?" worauf er mit der Gegen-frage antwortete:Wer hätte mich und die Meinigen erhalten, da Ihrmir ziemlich lange nicht mchr als 30 Gulden jährlich zukommen ließet?Woher hätte ich mir ein Haus gekauft, wie hätte ich meine Verwandten,wie meine Neffen und Nichten, von denen die meisten sehr arm sind,wie meine teuere geliebte Mutter unterstützen können?" Konrad Gesner war allerdings ein für seine Zeit bedeutender und fruchtbarer Schrift-steller, deshalb auch sehr geschätzt, sodaß man von ihm nicht auf andereschließen darf Umfangreiche Werke von Autoren ersten Ranges wurdendamals zwar sehr gesucht, allein auch ebenso schlecht bezahlt. Diese That-sache erhellt aus einer Stelle desselben Briefs) worin es heißt:Buch-drucker verlangen nur große Bücher, kleine wollen sie gar nicht verlegen,auch wenn man nichts dafür fordert."