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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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316 Ärmlichkeit des Honorars. Stellung der Buchhändler dazu. ^Fünftes

liche Entrüstung unter ihnen: sie machten sich dann des ErasmuS An-schauungen zu eigen. Ein wahrhaft drastisches Beispiel hierfür bietendie leipziger Buchhändler in einem Gutachten vom 20. Januar 1600,welches sie über das Gesuch Georg Gruppenbachs in Tübingen um einkursächsisches Privilegium gegen den Nachdruck abzugeben hauen. Grup-penbach hatte zur Begründung seines Gesuchs mit angeführt, daß erdem Dr. Moses Pflacher für ein größeres theologisches Werk ein Ho-norar von 500 Gulden allerdings eine sehr bedeutende Summegezahlt habe. Darauf hin bemerken die sich wahrscheinlich schwer ge-troffen Fühlenden,das Gruppenbach solches nicht mit geringem schimpfbemeltcs fhurnemcn l'llöoloA anzeugt, als wurde mit des H. Geistesgaben Liraoi^ getrieben, dessen Christliche Theologen ihnen nicht gernewurden nachsagen lassen"!^

Bei der großen Konkurrenz gelang den Verlegern denn auch dasHerabdrücken der Honorare nur zu gut. Die Periode, welche die Zeitvon der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zum DreißigjährigenKriege umfaßt, ist eine verhältnismäßig glückliche und reiche für dasErwerbsleben des deutschen Volks; Künste, Gewerbe und Wissenschafthatten sogar in den ersten beiden Jahrzehnten des 17. Jahrhundertsihren Höhepunkt erreicht. Indessen blieben von dieser günstigen Wen-dung der Dinge die Gelehrten so gut wie ausgeschlossen. Der bekanntePolyhistor Melchior Goldast (von Haiminsfeld) liefert in seinen und inden an ihn gerichteten Briefen viele Beispiele dafür. So bot der schonerwähnte bedeutende Verleger Peter Kopff dem Quirinus Reuter einenhalben Thaler Honorar für den Bogen, während dieser letztere voneinem andern frankfurter Buchhändler, Egenolph Emmel, für ein an-deres Werk cii'en halben Gulden per Bogen forderte, da er einen ganzennicht zu erlangen vermöchte. Der Historiker Marquard Freher bat am27. Juni 1606 Goldast , bei dem Verleger Börner anzufragen, ob dieserfür ihn ein Bnch in Mittelschrist gegen 100 Freiexemplare verlegenwolle, die er, der Verfasser, seineu Freunden zu schenken beabsichtige.Wenn nnser Verleger Lust hat", schreibt derselbe Freher nochmals am7. Februar 1607,die vermischten Schriften von Wilibald Pirckheimer zu drucken, deren Herausgabe mir anvertraut ist, so werde ich selbst zubessern Bedingungen mit keinem andern unterhaudeln, da ich mit Leu-turn öxemxlai'idus uff Schreibpapier cc>iit6iitu8 bin."Li Huiä in-