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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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351
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Kapitel.) Anton Kobergers Briefwechsel mit Amerbach und Petri. 351.

halb die Zahlung nicht auf der frankfurter Herbstmesse, sondern erst aufder lyoner Allerheiligeninesse erfolgen könne. Schließlich aber ergab sich,daß in Lyon kein Geld zu beschaffen war, da auch in Frankreich allesGeschäft stockte undniemand nichtz schaffte". Endlich wies KobergerAmerbach an, sich von einigen nürnberger Kaufleuten, welche die Siinons-und Judämesse (24. Oktober) in Basel besuchten, 200 Gulden gegenQuittung zahlen zu lassen. Den Rest seiner Schuld aber vertraute erlaut Brief vom 24. Oktober 1502einem frommen, ehrbaren nürn-berger Kaufmann" mit 1000 Gulden in gutem Gelde an, die er bei demFuhrman Stephan Clein in Straßburg für, Rechnung Amerbachs ein-zahlen sollte.

Die Veranlassung übrigens, welche Koberger bestimmte, seinen NeffenHans mit 300 Exemplaren der<Aos8g, oräing,ria" nach Venedig znsenden, war eigentlich von der baseler Gesellschaft selbst hervorgerufenworden. Adolf Rusch in Straßburg hatte nämlich die erste Ausgabe derBibel mit derlAosss, orclwarig." und zwar, wie im zweiten Kapitelunter Straßburg schon angeführt, zum größten Teil für Anton Koberger in Nürnberg gedruckt. Schon damals (in den achtziger Jahren) gingAmerbach mit dem Plane um, dieOlosss, oräinaria." nachzudrucken,stand aber auf die Bitten Adolf Ruschö, dem er sehr verpflichtet war, da-von ab. Diesen Plan nun nahm die baseler Gesellschaft unmittelbar nachBeginn der Bibel des Hugo wieder auf. Als Amerbach eine Mitteilunghiervon an Koberger gelangen ließ, worin er indessen wohlweislich seinenPartner Johann Petri als Unternehmer vorschob, beklagte sich Kobergerbitter über das Unrecht, welches ihm dadurch zugefügt werde.Es dünktmir dieses", sagt er,ein unziemlich und uncrbares Vornehmen."Ichhabe Euch und ihm oft geschrieben, wie ich davon noch eine großeSumme unverkauft liegen habe, denn ein so großes Werk läßt sich nichtso schnell vertreiben."Ich hab frcnndlich und erbarlich mit ihm ge-handelt und er will mir solchen Schaden zufügen, wie es ein Jude deinandern nicht thun sollt." Und sväter, da Amerbach dem Petri dasWort redet, spricht sich Koberger noch entrüsteter über jenen Anschlagaus: Sein Werk (das von Rusch gedruckte) bleibe ihm liegen; dennda er es immer hoch im Preise gehalten habe, so habe er davon nichtso viel verkauft, als wenn er es um ein Spottgeld hingegeben hätte.Einer solchen That habe er sich von Meister Hansen nicht versehen,