Kapitel.)
Die Nachdrucker und ihr Treiben.
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bis auf Ostern, so fähret zu ein Bube, der Setzer, der von unsermSchweiß sich nähret, stichlet meine Handschrift, ehe ich's gar aus mache,und trägt's hinaus und läßt es draußen im Lande drucken, unser Kostund Erbeit zu verdrucken..... Nu wäre der Schaden dennoch zu lei-den, wenn sie doch meine Bücher nicht so falsch und schändlich zurichten.Nu aber drucken sie dieselbigen und eilen also, daß, wenn sie zu mirWidder kommen, ich meine eigene Bücher nicht kenne. Da ist etwasaußen, da ist's versetzt, da gefälscht, da nicht korrigirt. Haben auch dieKunst gelernt, daß sie Wittemberg obeu auf etliche Bücher drucken, diezu Wittemberg nie geinacht noch gewesen sind. Das sind ja Bubenstück,
den gemeinen Mann zu betriegen..... Es ist je ein ungleich Ding,
daß wir erbeiten und Kost sollen drauf wenden, und andere sollen denGenieß und wir den Schaden haben." Schließlich meint der Reforma-tor, ein Drucker solle aus christlicher Liebe doch wenigstens ein oder zweiMonate warten, ehe er einem andern ein Buch nachdrucke.
Ein zweites Schreiben Luthers , vom 26. September 1525, ist anden Rat von Nürnberg gerichtet und enthält die Klage, daß seinen witten-berger Druckern ein Teil der noch in der Presse befindlichen Postille,wohl über die Hälfte des Buchs, gestohlen, nach Nürnberg gebracht, mitEile nachgedruckt und nun vor Erscheinen des wittenberger Originalsverkauft würde, wodurch seinen Druckern ein merklicher Schaden zu-gefügt sei. „Wenn er nich 5 irre", sagt Luther, so solle „das Herrgettlein"dabei beteiligt sein. Er meint hiermit den durch sein tragisches Ende be-kannt gewordenen nürnberger Buchdrucker und Buchführer Johann Herr-gott, von dem noch weiter unten die Rede sein wird. Andere Städteam Rhein thäten das nicht, und selbst wenn es geschehe, so brächte esdoch keinen direkten Schaden, denn am Rhein hergestellte Nachdruckewürden nicht bis nach Wittenberg vertrieben, Wohl aber die aus demnahe gelegenen Nürnberg . So werde er jetzt durch die Beraubung seitensnürnberger Bürger daran verhindert, die Übersetzung der Propheten in-Angriff zu nehmen. Die Nachdrucker wendeten weder Geld noch Müheauf seine Arbeit, die ihm herzlich sauer werde; sie hätten sie durchDiebstahl erlangt und er müsse still herhalten. Es sei gerade so, als ober im Hause oder aus der Straße beraubt werde. Luther bittet nunden Rat, auf seine Drucker einzuwirken, daß sie doch wenigstens siebenoder acht Wochen warten sollten, ehe sie seine Werke nachdruckten. Ob