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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitel.) Beziehungen zu Frankreich . Eingehen der dortigen Kommanditen. 459

deshalb auch ein großes Interesse daran, mit deutschen Kollegen anzu-knüpfen, mit deutschen Gelehrten in Verbindung zu treten und einenTeil ihrer Einnahmen in deutschen Verlagswerken anzulegen. In wel-cher Stadt hätten sie das besser thun können als in Frankfurt a. M.?Waren doch auch die Konnnanditcn deutscher Verleger im Auslande,;. B. die Kobergers und Hittorp - Hornckens in Paris , vor dein Jahre1520 eingegangen. Johann Schabcler aus Bottwar, früher Drucker inBasel und Lyon, dann Vertreter von Johann Amerbach in Paris , wan-derte von einer Messe zur andern und besuchte zu Anfang des Jahr-hunderts auch Frankfurt . Hans Koberger ritt 1504 von Lyon zurMesse dahin allerdings im Interesse des nürnberger Hauses undJean Vcmgris, ein lhoner Buchhändler, war dort in der Herbstmesse1524 ebenfalls anwesend. Jakob du Puys von Paris besuchte in denvierziger Jahren zweimal im Jahre die baseler und frankfurter Messeuund kaufte 1548 unter anderm Thomas Platter in Basel dessen Bücher-vorräte ab; noch 1565 stand er mit Sigismund Feyerabend in Frank-furt a. M. im Geschäftsverkehr.Er spricht deutsch, welches er in Basel gelernt hat", so schildert ihn Tanncr,ist ein gewandter, verschmitzterKerl, der sich auf jede Weise eiuzuschmcicheln weiß und kein Vertrauenverdiente, wenn die Früchte, die er täglich aus dcu baseler Büchern ge-nießt, ihm nicht rieten, sich den Baselern gegenüber billiger zu benehmen."Wenn nun schon in der Mitte des JahrhunderS lyoncser, pariser, genfer,antwerpener und lowener Firmen in Frankfurt auf den Messen ver-treten sind, so deutet diese Thatsache auf eine alte Praxis, deren An-fänge voraussichtlich bis in die frühesten Meßzeiten zurückreichen.

Den ersten sesten Anhaltspunkt für diesen Rückschluß bietet das Rech-nnngöbnch der baseler Firma Froben und Episcopius aus den Jahren1557 bis 15K4. Es erscheinen gleich im Herbst 1557 und noch in denfolgenden Messen, soweit die Unterlagen erhalten sind, in den Bücherndieses Hanfes: Clemens Baudouin und G. Roville aus Lyon (ersterer hattegleichzeitig auch in Leipzig eine durch Jakob Apel vertretene Niederlage);Joh. Fouchicr, Jakob Dupuys, Sebastian Nivclle und Andreas Wechel aus Paris ; Nic. Barbier und I. Guychette aus Geuf; Johann von Loe,Johann Steels, Johann Beller, Martin Nutius und vor allen ChristophPlantiu aus Antwerpen, sowie Buchhändler aus Löwen, Amsterdam undUtrecht .