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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Das geschäftliche Treiben auf der Messe.

fAchtes

worauf schon im fünften Kapitel hingewiesen wurde, wenn nichtbare Zahlung erfolgte, noch immer ein Kredit von Messe zu Messegewährt, und es verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß dieSchuldner nur selten im Rückstand blieben. Abnehmer, welche unge-wöhnlich großen Bedarf hatten, wie z. B. Georg Willer in Augsburg und Arnold Birckmann in Köln , erhielten unter Umständen auch wohlteilweise Jahreskredit.

Auch aus den andern glücklich vom Untergang geretteten Meßrcgisterngeht hervor, daß der Buchhandel in Frankfurt auf die Messe beschränktwar und daß nicht nur auswärtige, sondern auch frankfurter Verlegerfür die Meßgeschäfte innerhalb und in nächster Nähe der Buchgasse eigeneGewölbe hatten, welche außer der Meßzeit geschlossen blieben. Nur wenigeHandlungen und dies waren hauptsächlich frankfurter erhieltenzwischen den Messen Bücher ausgeliefert, welche in der nächsten Messebezahlt wurden. Von Tauschgeschäften (Verstechen) ist erst häufiger inund nach dem Dreißigjährigen Kriege die Rede.

Es war eine große Mannigfaltigkeit von Geschäften, welche währendder kurzen Zeit der Messe erledigt werden wollten: streng und energischwar also das Arbeiten, groß das Hasten in ihrer Bewältigung. JosuaMaler , der schweizerische Grammatiker ein Stiefbruder der NeffenChristoph Froschaucrs in Zürich , schreibt darüber in sein Tqgebuchvom Jahre 1551:Am 18. September fuhrend wir von Maynz uffdem Mahn bis gen Frankfurt die wytberümpte und in allen Landenwolbekante Statt. In derselben fanden wir den Ehrenhaften HerrnChristofscl Froschauer, den alten. Burger und Truckerherrn vonn Zürich ,der hielt uns by ihm uff zehen ganzer Tag in syner Herberg. Undwyl ich ini in synen Buchladeu nit unnütz war, als der ich von Kinds-wesen uff im Buchladen glych als ufferzogen war, gar kommlich auchfro'mden Leuten in Latein und Französisch antworten und Beschehd gebenkonnt, wolt er mich gar nir von im lassen, bis das die Meß wölt enden.Ich hat übel Zht mit Bücher uff und abtragen, konnt nienenhin ent-rinnen die Statt zu besehen, als dann in järlichcn Märkten sich mancher-ley da sehen läßt.""

Bereits aus der Heimat hatten die fremden Buchhändler noch be-sondere Kommissionen mitgebracht: sie vermittelten vielfach den brief-lichen Verkehr der Gelehrtenwelt, nicht nur auf den Messen, sondern