Kapitol.Z Peter Schmidts Versuch eines vollständigen Meßkatalogs. 483
Da übrigens die Brachftldschen Kataloge mit den Portenbach-Lutzschcnim Texte gcnan übereinstimincn, beide auch bei einem und demselbenDrucker hergestellt sind ^, so dars man vielleicht an ein gemeinschaftlichesUnternehmen denken und das um so mehr, als auch dieses Unternehmennicht nur hiernach noch den Charakter eines rein privaten geschäftlichenBertricbsmittels trägt, sondern Brachfeld selber noch diesen Zweck direktauf dem Titel andeutet, indem er ausdrücklich von deu verzeichnetenBüchern sagt, „<zui plsriczus apnck ?g.u1urn Lrg-oliköl«! Lidlioxola.m^riniookurtollLSw, I^ipLiao et ?i'Ällook>iiti acl Vig-ciium vsna-Iss tig-dsutur". Der Katalog war also in aller Form mit zum Ver-teilen auf sciueu Handelsreisen bestimmt.
Den ersten Anlauf aber, wirklich einen Katalog aller erschienenenNeuigkeiten herauszugeben, nahm zur Fastcnmesse 1590 Peter Schmidt(Fabricius) in Frankfurt a. M. Er motiviert sein Uuteruehmen damit,daß „offtermal mancherley vnnd fürneme Bücher bißhero in (Ü!Z.tg.1oFi8seind außgelassen worden, mehr auß wvlbedachteu muth, dan hinderlässig-kcit derjenigen, so die Latg-loZos verlegt haben (dann dieweil dieselbigcn,an end vnd orten, wohnen, da nicht allerley Bücher öffentlich dijrffenverkaufst werden, haben sie nicht vnbillich jren Nutzen vnn Ncpntationzu vorderst vnd ersten bedacht, wiewol die Buchtrucker vnd Buchhändlerdarvon großen schaden litten)". Schmidt kann hier nur Augsburg imAuge haben, und er verspricht nun die Herausgabe solcher Kataloge,welche die Titel aller erschienene» Bücher, „es seyen groß oder klein,fürnem o^er gering", enthalten sollen. In ähnlicher Weise spricht sichauch Basse in der erwähnten „Kpistola, clsclieatorig." aus. Sehr vielenicht unbedeutende Bücher, sagt er, fehlten in den Katalogen — zunächstin den Willerschen, denn nach ihnen und für Willer ist die „tüoUsetiv iununlli cm-xuL" bearbeitet —, weil sie entweder gar nicht nach Frank-furt gekommen oder durch Nachlässigkeit der Sammler nicht iu die Kata-loge aufgenommen worden seien — ein Übelstand übrigens, der dem Mcß--tatalog bekanntlich bis zu Ende seines Erscheinens vorgeworfen wordenist. Aber dennoch ist es bei dem einen Schmidtschcn Meßkatalvg ge-blieben; jedenfalls fehlte Schmidts, wie auch Wohl dem EgenolphschmUnternehmen, welches letztere vielleicht an das semige anzuknüpfen suchte,die Gunst der Buchhändler, die an die bisherigen Kataloge gewöhntwaren. Auch Schmidts Katalog dürfte übrigens an dem bei andern ge-
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