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Verkehrtes Verhalten der Behörden,
^Achtes
nicht gezügclt, ja - die leipziger Buchhändler deuten mit guten? Rechtdarauf hin — zum Schaden vieler berechtigten Verleger wurden in schmäh-licher Voranstellung des finanziellen Interesses nur zu viele Privilegienan Unberechtigte gegeben, die erstern einiger Sporteln halber von Staatswegen geradezu ihres rechtmäßigen Eigentums entäußert. Sprächen dirleipziger Buchhändler dies auch nicht im Jahre 1667 mit dürren Wor-ten selber aus, so müßte sich dasselbe schon einfach aus dem Umständeergeben, daß die kurfürstlich sächsische Bücherkommission in dem langenZeitraum von 1633 bis 1651 nur spärliche, von 1643 ab überhauptgar keine Lebenszeichen mehr von sich gab, ihre Thätigkeit geradezu ein-gestellt gehabt zn haben scheint. Erst mit dem Abzüge der Schweden ans Leipzig im Jahre 1650 erwacht sie zu neuem Leben; die alten Ver-ordnungen werden „aufgesucht"!
Statt aber bei der Wiederkehr gcorduetcrcr Verhältnisse ihr Hanpt-augcumerk auf die Gesundung des daniederliegenden Geschäftsgangs, aufHebung des Vertrauens auf bessere Zeiteu, auf treue Handhabung desverheißenen Rechtsschutzes zu richten, zielt das Streben der Behördenim wesentlichen nur auf die Sicherung und Steigerung der fiskalischenErträgnisse jenes behaupteten Bücherregals hin; nur hierin zeigt sich Eiserund Er rgie. Statt den Buchhandel von unnützen und ungerechtenLasten zu befreien, werden die alten verstärkt: die Pflichtexemplare fürkaiserliche Privilegien werden auf drei erhöht, die für sächsische von 15auf 18, dann von 18 auf 20; in Frankfurt wird die Ablieferung einesExemplars von jedem neuen zur Messe gebrachten Buche verlangt undschließlich erzwungen, gleichviel ob es als Propre- oder als Kommissions-gut dorthin gelangt. Statt die Verbältnisse einer natürlichen Gesun-dung entgegenreifen zu lassen, werden behördlicherseits Gewaltkuren zuinscenieren versucht, wird von der Einführung einer schematisch aufge-stellten Büchertaxe das vermeintliche Heil erwartet, fast zwei Jahrzehntehindurch der gesamte Buchhandel durch dieses über seinem Haupte schwe-bende Damoklesschwert beunruhigt. Und das geschieht in so gedanken-loser Weise, daß während der ganzen Verhandlungen darüber — sie wer-den im zehnten Kapitel eingehend geschildert werden — es niemand ein-fällt, daß mit einer taxmäßigen Regelung der Büchcrpreise doch zum min-desten auch eine solche bezüglich der Druckpreise Hand in Hand gehen müsse;eine solche hinsichtlich der Papierpreise faßt nur die sächsische Regierung,