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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Ludwig Elscvicrs Geschüftsausdchming.

sAchtes

thätigkeit und wurde mit jedem Jahre mehr vergrößert. Ludwig Else-viers Mittel waren indeß zu gering, als daß er sich in gewagte Unter-nehmungen hätte einlassen können. Er beschränkte sich deshalb vorwie-gend auf den Sortimcntshandel, dehnte diesen aber auf Belgien (Ant-werpen und Löwen) und Frankreich aus. Schon gegen Ende des Jahr-hunderts war er ein in Paris gern gesehener und allgemein geschätzterBuchhändler. Gleichzeitig war er ein fast regelmäßiger Besucher derfrankfurter Messe; das erste mal bezog er sie im Jahre 1595, von 1601ab mit Ausnahme einer Unterbrechung von drei Jahren (1604 bis1606) aber ganz regelmäßig.Deine Briefe", schreibt Johann Grüteram 29. November 1601 an Adrian van der Meer,werden mir behän-digt werden, wenn Du sie dem Buchhändler Elsevier mitgibst, welcherzwei mal im Jahre auf die Frankfurter Messen reist." Da Ludwig Else-vier die Bedürfnisse des französischen und niederländischen Marktes ge-nau kannte, sein Lager iu Frankfurt stets vervollständigen konnte, somachte er um so gewinnbringendere Geschäfte, als er zugleich deu Ver-lag holländischer und teilweise auch pariser Buchhändler auf der Messekommissionsweise vertrieb.

Schon im Anfang des neuen Jahrhunderts hatte Elsevier seine frank-furter Niederlage mit Georg Willcr dem Jüngern von Augsburg gemein-schaftlich in einein Gewölbe. Im Fastenmeßkatalog von 1603 ist sogareine Abteilung deu Bücheru Willers und Elseviers allein gewidmet. Vonda ab trat aber letzterer selbständig ans. Die Verleger, welche er inFrankfurt vertritt, sind uutcr audcru Michael Sounins in Pario, derBesitzer eines ursprünglich von Christoph Plantin dort errichteten Ge-schäfts, Johann Patius, H. van Hacstens, Jeau I. Orlerö, A. Clou»quius und B. van der Bild, sämtlich iu Leydcu, Ägidius Ravacus inLeuwardeu, Timäus Faber und Franz Foppcns in Franeter, Salomoude Roy in Utrecht , I. Ch. Flavius in Löwen, Fr. Belletus in Ipcrn,R. Schilders in Middclbnrg und Laurcnt in Amsterdam. ^ Im Jahre1614 nahm er 15 ihrer Verlagsartikel mit nach Frankfurt. Diese That-sache spricht für das Vertrauen, dessen sich Ludwig Elsevier bei seinenBcrnfsgenossen erfreute, nnd läßt zugleich annehmen, daß er gute Ge-schäfte gemacht haben muß. Er zog aus allem Vorteil für sein Geschäftuud war der erste größere Buchhändler, welcher schon von 160!) an nichtnur ganze Bibliotheken selbst kaufte uud die Bücher dann in öffentlicher