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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Verfahren gegen die SchmähschriftDie Nachtigall".

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Kaiser Maximilian II. war ein milder Herr, welcher den Dingenihren Lauf ließ und an kleinlichen Verfolgungen keinen Gefallen fand.Nur einmal, und zwar drei Jahre nach dem speyerer Reichsabschied, ver-folgte er mit einer ihm sonst nicht eigenen Erbitterung eine Schmäh-schrift, dieNachtigall", welche durch die Grumbachschen Händel unddie Belagerung Gothas hervorgerufen, 1567 in Frankfurt a. M. gedrucktund gegen den Kaiser gerichtet war. Je günstiger die Stimmung imVolke dem kleinen Häuflein der Belagerten, desto größer war der Ab-satz des unbedeutenden Gedichts und das Aufsehen, welches dasselbe er-regte. Vierzehnhundert Exemplare wurden in vier Stunden verkauft undin wenigen Tagen vier Nachdrucke davou veranstaltet. Doch machte esauf niemand größern Eindruck, als auf den Kaiser selbst, der sogleich anden frankfurter Rat schrieb, er habe dieNachtigall " durchgelescn, die inden Messen öffentlich feilgetragen und von dort aus in alle Lande ver-schickt worden sei. Solche Beleidigung seiner Person und geheiligtenMacht könne er, ohne sich selbst zu entehren, nicht hingehen lassen. Des-wegen gedenke er die Gunstbriefe, namentlich und besonders die, welchedie Freiheit der Messen beträsen, zurückzunehmen und sich dann erst dieStrafe vorzubehalten. Indessen solle der Rat, bei unausbleiblicher Strafeder Acht, den Drucker angesichts dieses in Eisen schmieden, sein Hab undGut versiegeln, ihn selbst aber unter starker Bedeckung dem Stadtrichterin Wien überliefern lassen. Die Ratsherren, welche die Aufsicht überdie Bücher hätten, sollten in den Turm gelegt, ihre Güter eingezogenwerden. Der Rat solle nach dem Verfasser forschen, aber den Druckerdeswegen nicht erst auf die Folter legen, um unnützen Zeitverlust zu ver-meiden. Der flüchtige Verfasser gab sich alsbald freiwillig an, um denDrucker zu retten. Es war ein armer Gelehrter, Wilhelm Clebitius,der zu Frankfurt , als dem Sitz des Buchhandels, gleich andern seines-gleichen von Korrigieren, Vorredenschreiben und Nativitätenstellen einkärgliches Brot fand und dieseNachtigall " unter den Bänmen des Fel-des an einem Bächlein bei einem Zweipfennigbrot geschrieben hatte, umsich, wie er versicherte, durch das Unglück eines so großen und stand-haften Fürsten, wie der Herzog von Sachsen sei, über den eigenen Kum-mer zu erheben. Dem Drucker Hans Schmidt, einem ebenso armen,ledigen Gesellen, hatte er Ehre und Reichtum versprochen, wenn JohannFriedrich durch diese Schrift, die nicht ermangeln könne, Deutschland in