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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Verfügungen Wilhelms V. Aventins Chronik.

^Neuntes

farnng, fleissiger Nachforschung und warer erkundigung im werth lauterbefunden, daz solche schödliche verdambte Jrrthumben, Ketzerehen, Zwh-spalt, Aufruern und Abfaal von unserer Waaren Catholischen Religionauch erbärmlicher, verderblicher undergang und verwüestung viler König-reich, Fürstenthumb und Landt merern thailß und schier allein aus denverbottenen falschen Ketzerischen Püechern, Tractätlen Und schrifften, welcheGott und seiner heiligen Kirchen zuwider, allen Christglaubigen zu höch-stem schaden und verderben irer Seelen entspringen und heerflüeßen unddurch dieselben dem menschen gleichsam durch ein Illstrumsutum oderTrackter ein siiesses gifft und ewiger schaden an Leib und Seel einge-schleicht und eingegossen wierdet, welchem wir bey zeiten init allem vleiszufürkhommen nit allein genedicklich bedacht, sondern es für die höchstenotturfft halten", wird aufs ernstlichste bei Vermeidungunlöslicher Strafund Ungnad" befohleil, alle ketzerischen und verdächtigen Bücher an dieweltliche Obrigkeit oder den Pfarrer des Orts abzuliefern, damit sie so-fort an die Regierungen und durch diese an den Herzog selbst eingesandtwürden. Ausdrücklich wird auch hervorgehoben, daß von solchem Ver-bot, schädliche Bücher zu lesen, auch der geistliche Stand, Prälaten,Pröpste, Dechanten, Pfarrer und gemeine Priesterschaft nicht ausgenom-men sein sollten.

Auch Aventins Chronik gehörte jetzt zu den verbotenen Büchern; dasie aber doch nicht gänzlich dem Gebrauch entzogen werden konnte, griffman zu einem andern Mittel, um die unverfänglichen Partien dem Publi-kum zugänglich zu machen.Zu Besürdcruug der ehrn Gottes, unsererheiligen Catholischen Religion und gemeines Nütz und wolstandts desvatterlandts" beschloß der Herzogein Werckh verfertigen zu laßen, wievor disem ungevcrlich Johannes Aventinus , so aber aus rechtmeßigenUrsachen vcrbotten und hin und wider manglhafft geschriben." Der her-zogliche Archivar Michael Arrodenius wurde mit dieser Aufgabe, diesich im wesentlichen auf Herstellung einer kastrierten Ausgabe Aventinsbeschränken sollte, betraut. Arrodenius erhielt zu diesem Zweck vom Päpst-lichen Jnquisitionsgericht durch eine förmliche Urkunde (3. Oktober 1589)Erlaubniß,den verfluchten Geschichtschreiber Aventin" frei von Sündeund kanonischer Strafe, wie auch behufs der ihm vom Herzog anbefoh-lenen Arbeit noch einige andere verpönte Schriftsteller zu lesen, jedochunter der Bedingung, sich nicht länger als fünf Jahre und ganz allein