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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitcl.Z

Väterliche Fürsorge in Mecklenburg .

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weichende Meinungen auf theologischem oder politischein Gebiet einge-schritten wurde, macht es einen fast anheimelnden Eindruck, zu sehen,wie eine der kleinern Regierungen gleichsam väterlich auch für das leib-liche und moralische Wohl ihrer Unterthanen besorgt war. ^° HerzogGustav Adolf von Mecklenburg hatte 1682 und unter dem 1. Mai 1684Edikte gegen abergläubische Bücher und namentlich gegen diedarauffgegründete verdächtige Euren an Menschen und Viehe" erlassen und dieKonfiskation solcher Bücher anbefohlen. Es war besonders auf das be-liebte, vielfach aufgelegte Colersche Hausbuch abgesehen; binnen 14 Tagensollten bei strenger Strafe alle Exemplare desselben an die Justizkanzleieingeschickt werden. Das Edikt scheint jedoch keinen Erfolg gehabt zuhaben; denn eine neue Verordnung vom 23. August 1698 schärft diebestehenden Verfüguugeu von neuem ein und richtet sich besonders gegeneinegedruckte LKartsHus unter der ü-udrie: Etliche sonderbare undMerkwürdige Prophecehhungen so sich auff das 1680. bis zu dem 1700stenJahr erstrecken". Diese ohne Benennung von Druckort oder Verfassererschienene Schrift werde im Lande herumgetragen und vielleicht auch inden Buchläden öffentlich verkauft. Es wird nun befohlen, diese Schriftabzuthun oder dein Buchführer wieder einzuliefern. Zugleich wird allenBuchhändlern ernstlich verboten, solche Schrift weiter zu verkaufen, viel-mehr sollen alle Exemplare sofort in die Justizkanzlei eingeliefert unddas Geld, was sie wert seien, den Einsendern bezahlt werden.

Die politisch und kriegerisch bewegte Zeit des letzten Viertels des17. Jahrhunderts zeitigte eine Flut von Gelegenheitsschriften und Pam-phleten, Kriegsberichten und Satiren, welche bei der wieder geweckten Lese-lust der großen Massen eine weite Verbreitung fanden. Der Hausier-verkehr lebte wenigstens in Norddeutschland wieder in einer Weiseund Ausdehnung auf, die lebhaft an die Zeiten der Reformation erin-nert. Die Thätigkeit der Preßpolizei wurde eine angespanntere, dieStrenge womöglich eine größere, ihre Willkür wuchs. Aber die Schil-derung dieser Wandlung muß des Zusammenhangs halber dem zweitenBande dieses Werks vorbehalten werden.