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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
637
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Kapitel.)

Verhalten des frankfurter Rats.

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kommissare natürlich keine Kenntnis, weshalb sie sich mit Recht deinVorwurf der Willkür und Ungerechtigkeit aussetzten.

Übrigens ließen sich auch trotz aller Strenge die Schmähschriften garnicht mehr unterdrücken. Gestern verboten, wurden sie heute wiederöffentlich oder heimlich in den Gassen herumgetragen und tauchtenmorgen in verdoppelter Zahl wieder auf. Am 21. Januar 1615 giugLeucht wieder den Bürgermeister an, eine Anzahl von Pasquillen undFamosschriften zu verbieten und zu vernichten, in deren einer die kaiser-liche Majestät, das Haus Österreich , besonders aber der Erzherzog Leo-pold schmählich verunglimpft und angetastet werde. An der Fahrgassehingen die Händler gar ein sehr ärgerliches Patent und Kupferstücke offenelich zum Verkaufe aus,worin der ganze geistliche Stand hochlästerlichdepingiret und angetastet werde". Ohne Zweifel fürchteten sich diestädtischen Behörden es war die Zeit des Fettmilchschen Aufstandcsund der Macht seines Führers, die Aufregung der in ihrer Mehrzahlprotestantischen Bevölkernng noch mehr zu steigern, denn sonst ließe sichdie Wirkungslosigkeit der' polizeilichen Maßregeln kaum erklären.

Es scheint, daß die revolutionäre Bewegung in der Stadt dem frank-furter Rat schon 1613 und 1614 eine tiefere Einsicht in den eigent-lichen Charakter der kaiserlichen Politik verschafft gehabt hätte, als ihmbisher eigen gewesen war. Jedenfalls zeigte er sich den Bücherkommissarengegenüber nicht mehr so zuvorkommend als in frühern Jahren. DerKaiser Mathias hatte am 4. März 1613 die Bestallung Leuchts undSeiblins, der hier Seublein, genannt Böll, angeredet wird, erneuert, ihnenam 2. September 1615 Johann Ludwig von Hagen beigeordnet und siezugleich bevollmächtigt, sich auf der nächsten und allen folgenden Messeneine oder mehr taugliche Personen zu substituieren. Wie sein Vorgänger,suchte auch Mathias die dem Papste und Kaiser feindliche Litteraturdurch die Bücherkommission ohne viele Umstände aus der Welt zuschassen. Im Sommer 1613 waren einige derartige Schriften erschienen.Die eine hieß:Lupxlioatio g.ci Imperatorem, RsZem et Principessuper oausis eonvoeg-ncii eoueilii genörg-lis contra ?g,u1um V.?0nt,iüe«M", die beiden andern behandelten die doncmwörther Angelegen-heit in einem der wiener Politik feindseligen Sinne und führten denTitel:Ivkorwatio taoti et ^uris wider die Relation DonauwerthischerSachen" undTraktat in gleicher Materia Donauwerthischer Hand-