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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Selbständiges Auftreten desselben.

^Zehntes

und dergleichen (üonüsog.t,ic>iie8, damit man zeithcr umgegangen, einersehr weit ausstehenden Consequeuz, als es dadurch endlich dahin gerathenmöchte, daß alle der Evangelischen Bücher, welche wider das Papsttumgeschrieben, unter die Zahl derer, die für ehrenrührig und verdammtgehalten werden wollen, kommen und der Confiscation teilhaftig undalso gar nicht mehr zugelassen werden dürfen, darum denn auch Wirnnd Unsere mitverwandten Stände jüngsthin um des schädlichen IncUoiiwillen von Heilbronn aus Euch wohlmeintlich gerathen, hierinnen einwachendes Auge zu haben und nicht zuzulassen, daß Euch hierin anEurer habenden Jurisdiction nachtheiliger Eintrag geschehe, dazu IhrEuch guter Maßen erboten, und wie Wir berichtet, die jetzige vorge-habte Confiscation verhindert habt, welches Ihr auch fernerhin inskünftig zu thun nicht unterlassen, und also hierdurch Euch und demgemeinen evangelischen Wesen keine beschwerliche Nachfolge gestattenwollet, nnd worin Wir Euch mit Rath nnd hülfreicher Beförderung indergleichen Fällen die Hand werden bieten können, sind Wir dazu umdes gemeinen Bestens willen crbietig nnd geneigt, wie auch andere Unseremituniirten Stände, wenn sie darunter angelangt, gern thun werden."

Sei es, daß der männlich bewußte Ton in den Briefen Friedrichs,der in sehr vorteilhaftem Gegensatz zu seiner spätern Unentschicdenheitund Schwäche steht, oder sei es, daß die Teilnahme der evangelischenMitstände dem Rat Mut machte: genug, er wagte es jetzt seit fünfzigJahren zum ersten male, seine Rechte wieder selbständig gegen den Kaiserund seine Kommissarien geltend zu machen. Ein kölner Buchhändler,Johann Gritti, hatte, wie die Akten sagen,ein Schand- und Lästerbucheines teuflischen Gesprächs betitelt: «LvanZelinin rstormatuin», undmehrere andere Famosbücher in punotv religicmis" auf die Fastenmesse1617 gebracht. Sie waren mit kölnischer Censur und Approbation, jedochohne den Namen ihrer Verfasser gedruckt. Der Rat ließ sie als ärger-lich und zum Unfrieden führend konfiszieren, trotzdem daß Gritti sichmit anzüglichen und trotzigen Worten auf die Meßfreiheit stützte unddie Berechtigung des Rats zu einer solchen Maßregel bestritt, welcher, wieer ausführte, viel besser gethan haben würde, die gegen den Papst ge-richteten Schmähschriften wegnehmen zu lassen.Darneben hat dennLsuktu» sein Lxsl'oitium ^nrisäictionis, inspöctionis, ocmisetiomsoAtalossi, Lonkisektionis st exeoutiorus, der Polizey- nnd Reichsorv-