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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Äie Ansprüche durch Ausdauer erMiugeit.

^Zehntes

führer dazu vom Rathe der Stadt ermähnt" und angehalten werdensollten.

Der Rat teilte dieses kurfürstliche Begehren den znr Herbstmesse 1643in Frankfurt anwesenden Buchhändlern mit; diese aber wiesen es einstim-mig und entrüstet zurück. Außer dem, was sie an Exemplaren dem Kaisergäben, führten sie aus, könnten sie ihre Bücher mit mehreren anderen?riraitiis nicht belegen lassen. Es sei hier eine freie Messe und tüom-rasroium und sonderlich der Buchhandel ratione stnäiorum privilegiert;der Nat aber »volle sie ^ure waZi8trg.tu8 iU ihrem Besitzrecht schützen.Der Buchhandel sei besonders bei den jetzigen noch kontinuirlichen Kriegs-länften in solchen Abgang und Rückgang gerathen, daß die Reise- undZehrungskostcn nicht zu erschwingen, noch der Ladenzins bezahlt werdenkönne, sondern dafür den Hausherren oft die Bücher zugcschätzt werdenmüßten; zu geschwcigen, daß hinfüro wegen dazu erforderlichen großenUnkosten und der Buchführer notorischer Unvcrmöglichkeit so bald keinenencn Bücher in Druck ausgehen möchten. Durch die beabsichtigteNeuerung müßte aber der Buchhandel noch mehr ins Stocken gerathen.Sie bäten deshalb bei ihrer Libertät gelassen und mit solchen un-practicirlichen Zumuthungen lieber verschont und in ihren? bisherigenStand in der Buchgassc ^uietg belasse» zu werden. Wegen der großenKriegsgefahr und des allgemeinen Stockens des Buchhandels waren da-mals nnr wenige fremde Buchhändler znr Messe gekommen. Die vonihnen- abgesandten Diener befanden sich aber ohne nähere Instruktionund konnten keine Antwort geben, weshalb sie die Sache acl reksi-sn-clum nahmen. Die Erklärung der Buchhändler wnrde vom Rate am2. Oktober 1643 dem Bücherkommissar Hagen mitgeteilt und am14. Oktober 5>. bei dem Knrfürsten nicht allein bevorwortet, sondernnamentlich auch iu ihren Auslassungen über das schlechte Geschäft unter-stützt. Dieses kurfürstliche Ansinnen, führte der Rat ans, sei über alleMaßen beschwerlich, da durch das leidige Kriegswesen der Buchhandelohnehin in solches Stocken und solchen Abgang gerathen sei, daß fastKeiner mehr etwas nach Frankfurt bringen, noch wenn es dennoch ge-schehe, den geringsten Vorteil noch Gewinn davon haben könne, vielmehrgroßen Verlust und Schaden erleiden müsse. Zudem erscheine das Ver-langen des Kurfürsten als eine unerhörte Neuerung, welche zum Nach-teil der befreieten frankfurter Messen gereiche und auch andere Kurfürsten