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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
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Kapitel.)

Norstelliingen der leipziger Buchhändler dabei.

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sie sich dahin aussprechen, daß es unmöglich sei, einedurchgehende" Taxefür alle Bücher aufzustellen, indem unter diesen ein so großer Unterschiedbestehe, wie bei wenig andern Waren. Bei der Taxe von 1623 könnees überhaupt nicht bleiben, denn es hätten sich die Zeiten seitdem sehrverändert: die frühern Steuern seien erhöht worden, neue hinzugekommen,alle Handwerker und Arbeiter hätten ihren Lohn bedeutend gesteigert.Dagegen sei der Getreidepreis lange Jahre hindurch so niedrig gewesen,daß die landbauende Bevölkerung, der größte Teil der Einwohner Sach-sens , derart zurückgegangen sei, daß sie sich keine Bücher anschaffen könnte,außer was die höchste Notdurft erfordere. So sei die Nahrung fastaller Stäude gesunken und demnach auch der Absatz der Bücher sehr ge-hindert worden. Da hätten denn auch vie Buchhändler ihre Preiseetwas steigern müssen, um bestehen und ihre Abgaben bezahlen zukönnen. Dazu kämen für den Buchhandel noch besondere Lasten. DiePapiermacher hätten das Papier seit 1623 um mehr als ein Drittelgesteigert und steigerten es immer noch unter dem Vorwande, daß dieHadern nicht mehr in solcher Menge zu beschaffen wären, wie vor demKriege. Auch die Drucker seien mit ihren Preisen in die Höhe gegangenund schössen noch dazu oft heimlich eine große Anzahl nach, welchen Zu-schuß sie dann billig verkauften, sodaß dem Verleger seine rechtmäßigeilExemplare liegen blieben, wenn er sie nicht zu demselben billigen Preiseabgeben wollte. Ebenso wollten Censoren und Autoren sich mit denfrühern Verehrungen nicht mehr zufrieden geben. Die Autoren ver-langten wohl gar bis zu einem Dukaten für den Bogen und außerdemnoch Freiexemplare, während der Verleger stets das Wagnis eingeheninüsse, seine Artikel zu Makulatur werden zu sehen. Dazu komme derNachdruck; besonders die Endter in Nürnberg und die Stern in Lüue-burg druckten den sächsischen Buchhändlern die besten Artikel nach; fernerdie große Konkurrenz, hauptsächlich seitens der Buchdrucker und ver Buch-binder, der Einfluß der Gegenreformation in den österreichischen Landen undder Mißbrauch, den die fremden Buchhändler auf den Messen dadurch trie-ben, daß sie sich mit ihren Geschäften nicht auf die gesetzlich für den freienVerkehr mit dem Publikum gestattete Zeit beschränktem Und da endlich diefremden Buchhändler, besonders die Holländer, sich an keine Taxe bänden,sondern oft für einen Bogen deren drei oder vier verlangten, so müßtendie Leipziger ebenfalls etwas auf die fremden Bücher schlagen.