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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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687
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Kapitel.) Wiederaufnahme der Taxfrage in Wien . 687

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1623 wohl verbleiben könne, nur müsse, dem zuletzt gestellten Verlangender Buchhändler entsprechend, überall im Reiche und besonders in Frank-furt ebenfalls eine entsprechende Taxordnung eingeführt werden.

Hiermit war die Angelegenheit für Sachsen begraben; wenigstenssind keine Spuren vou weitern Schritten der sächsischen Regierung znfinden. Aber ihre Experimente in dieser Richtung durchschlingen sichin so merkwürdiger Weise mit denjenigen der Hofburg, die Maßregelnder sächsischen und der Reichsrcgiernng lösen einander derart förmlichab, daß sich unwillkürlich der Gedanke ausdrängt: beide Regierungenkönnten in einer gewissen Übereinstimmung gehandelt, oder eine selbst-süchtige und interessierte Fraktion aus dem Kreise der Buchhändler selbstkönnte au bcideu Stellen hinter den Coulissen intrignicrt haben. Dennunmittelbar nachdem man in Dresden und Leipzig die Angelegenheitdem Anscheine nach fallen gelassen hatte, eigentlich gleichzeitig damit, be-ginnt auch von nenem wieder von Wien ans die Aktion.

Bereits am 26. November 1668 hatte nämlich Simon Lorenz Lentner,ein Anwalt, angeblichim nahmen vnd von wegen meist, wenig anß-gesondcrt, deren nach Franckfurt handlender Buchhändler" bei demReichshofrat ein Memoriale eingereicht, durch welches er daran erinnert,wie der Kaiser sich schon früher habe abgelegen sein lassen, nicht nurdie so vielfältig bei dem Buchhandel eingeschlichene Unordnung gänzlichabzuschaffen, sondern auch die Bücher in einen gewissen und billigenPreis zu bringen; zu diesem Zweck sei auch eine Kommission an denFiskal und den Bücherkommissar zu Frankfurt ergangen.Gleichwieaber alles gutes schwchrlich hergehet, also hat es auch biß dato mit sol^cher zu eiuem beständigen guten end nicht mögen gebracht werden." Inverwichener Ostermesse seien nun die Buchhändler selbst in Frankfurt zusammengetreten und hätten eifrig untersucht, woher doch solche Unord-nung entstanden und wie ihr abzuhelfen wäre. Da hätten sie denn gleichim Anfang gefunden, daß solche daher entsprossen, weil in diesen ihrenBuchhandel unterschiedliche Leute, als etliche Buchdrucker, Kupferstecher,Kunstführer, Buchbinder und cmdere, ja gar fremde Handwerksgesellen außerallen diesen Professionen, sich einmischten und Buchhandel trieben. Weilsie diesen aber nicht erlernt hätte:?, sondern zum Teil bei ihrer Professionverdorben wären, hätten sie allerlei kleine von einem und andern er-haltene undzusammengeraffclte" Starteten drnckcn lassen, ja manchmal