Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
688
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(>88 Dic Eingabe des Anwalts Siin. Lorenz Lentner von 1668. ^Zehntes^

aus denköstlichcit" Werken den besten Kern herausgezogen und dadurchoie kaiserlichen Privilegien expractieiert und solches Alles noch zu hohemPreise ästimiert. Wenn nun ein andrer ehrlicher Buchhändler die Nach-frage nach einer solchen Skarteke befriedigen solle, so sei er gezwungen,solchen Leuten seine Bücher nach altem Preise gegen deren nun ge-steigerte Preise zu geben oder neue Tractate drucken zu lassen und ebcn-, salls so hoch anzusetzen. Daher komme es, daß gar viele von den altenund wertvollen Büchern nicht mehr abzusetzen seien. So hätten auchdic Buchdrucker, Kupferstecher und Kunstführer im Gebrauch, sehr vielJnngcn zu halten, welche, nachdem sie zwei, drei oder höchstens vierJahre bei ihnen gewesen, alsbald anfingen, selbst Prinzipale zu werdenund mit eben solcher Sudelei zu handeln, wie diejenigen, von denen siesolches erlernt, da doch den Buchhandel vom Fundament aus richtig zuerlernen wohl sieben, acht, ja nenn Jahre nötig. Überdies sei es michsonnenklar, daßdie meist ohnerfcchrenc Buchhändler aller orten hcrnmbvli-Ziren vnd neben deine, so etwa tauglich, das Land mit Log-rts^uen,Pasquillen vnd dergleichen bochschädlichen sachcn anfüllen, welches Sie,als ohnerfahrcne theils nicht zn unterscheiden wissen, vnd da Sie es Jawüsten, ohne ehr vnd rssxsot gleich wohl führen". Dadurch schnittensie den alten Handlungen das tägliche Brod ab, welches in Verschlingder neuen Sachen bestehe, so daß nun auch diese sich nicht mehr mit teu-rem ausländischem Verlage versehen könnten; denn dieser bliebe zu Zeitenviele Jahre liegen. Weil außerdem bisher unterschiedliche Buchdruckerzwar große Werke zu drucken unternommen, aber das Kapital dazu nichtgehabtsolche nicht zu verlegen vermocht", so hätten sie das Geldbei andern auf unchristlichen Wucher aufnehmen müssen, wodurch eben-falls die Bücher verteuert würden. Es sei sogar den Jnden nachgesehenworden, sich ans diese Weise in den Buchhandel zn mischen, indem sieden Druckern Geld vorgestreckt und, weil diese dann die Zahlung uichtinnehalten konnten, die Bücher an sich genommen und so verkauft hätten,daß nicht allein die Schuldner zu Grunde gingen, sondern auch andereBuchhändler Schaden litten. Daneben hätte auchtheils dieser Leute" -den Gebrauch, schlechtes Papier und schlechte Typen zu nehmen; daherrührten vornämlich die Klagen über einige ausländische Buchhändler, dieihre Bücher etwas teurer verkauften, weil sie auf gute Ausstattungsähen und ihre kostbaren Bücher nicht gegenverstümpelte und unsau-