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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
705
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Kapitels Verhandlungen der Buchhändler mit den Kommissaren. ?s>5,

Bortheil, damit sie noch vorderhin ihre Bücher in eben so hohen Preisals diejenigen, so von weitentlegenen Orten mit schweren Kosten derFracht und Zölle auch anders halben anher gebracht, verkaufen möchten,das Vorhaben für eine xurlautere Unmöglichkeit angegeben und nichteinmal zu Anhörung künftiger Vorschläge sich verbindlich machen wollen!"

So sagt Hünefeld; der Hergang im Kreise der Buchhändler war-aber folgender gewesen. Die Frankfurter, vertreten durch Johann Friedc-rich, Thomas Mathias Götz, Simon Beckmstein und Johann BaptistSchönwetter, hatten dieVereinigten Punkte" den fremden zur Messehandelnden Geschäftsgenossen vorgelegt, besonders auch Alexander Hart-tung. Dieser hatte das Schriftstück mehrere Tage an sich behaltenwahrscheinlich um sich mit den Kommissaren darüber zu besprechen.Dann hatte man sich schließlich dahin geeinigt, diese Punkte entwederselbst, oder durch Bevollmächtigte, einschließlich Harttungs, eigenhändigzu unterzeichnen und nach erfolgter Bestätigung durch den Kaiser zuhalten. In dem Begleitschreiben, mit welchem diePunkte" den Kom-missaren übergeben wurden, war gesagt: die Buchhändler schlügen diebeifolgenden Satzungen vor, dafern ja die vorige Freiheit nicht zu erhal-ten wäre, gleichwie sie fänden, daß ohne höchsten Nachteil des Buchhandelsnichts (die Büchertaxe) hinzugethan werden möge. Sie bäten, die Ein-gabe an denhochvermögenden Ort" zu befördern,daß es bey diesenverglichenen vnd wohl erwogenen xnnoten, dafern Sie jedoch dieser StattPrivilegien vnd Meßfreiheiten nicht zuwieder lauffen, vnd wir mit den-selben .... nicht verschohnet bleiben können, sein Verbleiben haben, Vndwir zu einem andern zu des Buchhandels ohnfehlbaren schaden vnd ruinnicht iZ-ästrinZiret werden mögen"

Die Kommissare erklärten jedoch, der Passus über die Privilegien undMeßfreiheiten dürfte von dem Reichshofrate übel aufgenommen werden,da man denselben ja nicht präjudizieren wolle; sie thaten dies mit solchemErnst, daß Götz und Beckenstein, ängstlich geworden, ihre Unterschriftenzurückzogen. Es bedürfte einer zweimaligen Änderung, um die Kom-missare zufrieden zu stellen. Im dritten Entwürfe lautet die betreffendeStelle, deren Fassung Hünefeld an die Hand gegeben hatte, denn auchdahin: sie (die Buchhändler) hätten der Punkte sich mit einander ver-glichen und dabei zu bleiben sich einmütig verbunden, der unterthänigenZuversicht,nachdem allerhöchstgedachter Röm, Kayserl. Maytt. an denKapp. I. 45