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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Einschreiten der Evangelischen Reichsstände.

^Zehntes

sust-o sich LoMuwax erzeigen sollte, die Execution dem Churfürsten vonMaintz an die Hand zu geben".

Sperling hatte eigentlich nur im Geiste seiner Instruktionen ge-handelt; er wußte sehr wohl, daß er sich durch Herbeiführung derartigerKonflikte in Wien zu einer ?sr8vna Zratissiing. machte. Man hattedann Gelegenheit, den frankfurter Rat ohne den konkreten Fallüberhaupt näher zu erörtern in hohem und strengem Tone abzu-kanzeln und ihn noch weiter in seinen Gerechtsamen zu beschränken. DerVersuch wurde auch diesmal gemacht. Der Kaiser erließ unter dem6. März 1679 ein geharnischtes Reskript an den Rat; bei Vermeidungschärferer Anordnung wird ihm fernerhin jede Konfiskation ernstlichuntersagt.

Aber diesmal entwickelte sich die Sache denn doch etwas anders.Der Rat wandte sich in der That an den Konvent der Evangelischen Neichsstände zu Regensburg ; es war auch nicht das erste mal, daß diesgeschah. Schon einmal, am 6. Dezember 1669, hatte das (üorpusUvanZsIieorum gegen das gewaltsame Einschreiten Sperlings remon-striert, doch nur in ziemlich zaghafter Weise: man hatte sich nicht be-schwert über das gewaltthätig^ Auftreten Sperlings überhaupt und überseine Eingriffe in die Rechte eines selbständigen Reichsstandes, nein,nur dagegen remonstrierte man, daß er einseitig vorgehe und zieltezur Lahmlegung dieses einseitigen Vorgehens äußerstenfalls nnr aufeine paritätische Organisation der kaiserlichen Bücherkommission ab; voneiner eigentlichen Vertretung der Rechte des Reichsstandes Frankfurt wargar nicht die Rede gewesen. Die Evangelische» Stände hatten sich näm-lich dahin ausgedrückt, daß eseine sehr weit aussehende unleidcntlicheBeschwerlichkeit nach sich ziehen dörffte, wann solche Büchcr-IuLpsetionallein von etwa unzcitigcn ^Fsoteu uud ?rivnt-1is1i^iyns-Eifer einesBücher-Lowniissg-rii ckizxenäiren müßte, auch solchen Falls, da gleich-wohl unter Catholischeu und Evangelischen über gewisse ins Ksli^ions-Wesen lauffeuden Angelegenheiten, wit ooZiiosoiret und erkannt werden,unsern hohen Herren ?rinving.leu auch ^onunittsuteu und Obern nichtzu verdencken noch zu versagen sehn würde, wann sie gebührend ansuch-ten und daraus bestündeu, daß, nach ausdrücklicher Disposition deslustruiQknti ?g,oi8" nämlich des Westfälischen Friedens beyBestellung dergleichen Aemter die lisliAions-I'g.i'itÄt hinführo möchte