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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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734 Erste Spuren des Strebens nach Selbsthilfe gegen innere Schäden. fZehntes

taxe geeignete Mittel, den deutschen Buchhandelin Aufnahme und Flor"zu bringen.

Diese sich vorbereitende Wandlung in den Betriebsformen des deut-schen Buchhandels inauguriert gleichsam dieneue Geschichte" des-selben. Den natürlichen Mittelpunkt dieser bildet Leipzig und die leipzigerMesse , und dies um so mehr, als jene Andeutungen wenigstens soweitdie Forschung sie bis jetzt zu erfassen vermochte fast ausnahmslosvon Norddeutschland ausgehen. Die Darstellung wird daher im zweitenBande ihren Ausgangspunkt von einer ausführlichen geschichtlichenSchilderung der Entwickelung der leipziger Messe nehmen und retrospek-tiv alles das damit zu verbinden haben, was sich als Keime jener Wand-lung erkennen läßt und geeignet ist, die Grundsteine und Vorbedingungender neuen Betriebsformen zu bilden.

Mit dem Schluß der hier dargestellten Periode beginnt aber auchjenes bisher nur in Akten und im Kreise der Geschäftsgenossen sichäußernde Mißbehagen über die zur Zeit herrschenden Zustände, beginnenjene zunächst noch verunglückten Bestrebungen an die Öffentlichkeit zutreten. Die letzten Jahre des 17. und der Anfang des 18. Jahrhundertszeitigen eine bnchhcindlerische Jeremiadenlitteratur, die zwar inhaltlichwenig Thatsächliches und Greifbares bietet, sich vielmehr phrasenhaftmit allen möglichen Kümmernissen, wie Pfuscher- und Bönhasentum,Nachdruck, Bücherauktionen und Bücherlotterien u. dergl., beschäftigt,die aber auch eine LiZnatur^ tsmpsn-is ist.

Den Löwenanteil an dieser Jeremiadenlitteratur nimmt die Fragedes Nachdrucks in Anspruch; letztere beherrscht fortan gewissermaßen dieGeschicke des deutschen Buchhandels, ist von dem einschneidendsten Ein-fluß auf die Neugestaltung seiner Betriebsformen und auf die Versuchezu seiner äußern und innern Organisation. Hat doch auch noch imlaufenden 19. Jahrhundert der Börsenverein der Deutschen Buchhändlerauf jenem Gebiete seine erste und erfolgreichste Thätigkeit entwickelt! ,Lange Zeit wogte der Streit der Ansichten verschwommen hin und her.Bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein klammern sichdie Anschauungen und Vorschläge noch krampfhaft an das Rechtsinstitutder Privilegien an und nur mühsam ringt sich aus den Verhandlungenüber die nachgesuchte staatliche Anerkennung desGrundgesetzes der ncu-errichteten Buchhandlungs-Gesellschaft für Deutschland " von 1765, aus