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I.Kapitel: Die Zeit der Fremdherrschaft.
über um 32"/<> über der Ziffer des Durchschnittörückgangs. Bergleichtman ebenso miteinander für die übrigen Littcraturgcbiete in den beidengenannten Zeiträumen die Verhaltnisse ihrer besondern Bewegung zuder Bewegung der Gesamtproduktion, so zeigen ökonomische, lricgswissen-schaftlichc und philologische Littcratur eine entsprechende relative Zunahmeetwa in halber, Drittel- und Vicrtelhöhe derjenigen der philosophischenLittcratur. Pädagogische und juristische und noch mehr medizinische undnaturwissenschaftliche Littcratur waren in kaum merklicher relativerSteigung, Musik, mathematische und geographische Littcratur in kaummerklicher Abnahme begriffen. Poesie, Romane und Schauspiele zeigtenschon im Jahrfünft 1801—1805 eine Verminderungsgrößc, die um 11°/<,hinter dem Durchschnittswachstum, jetzt aber eine solche, die hinter demDurchschnittsrückgang um 22 "/g zurückblieb; die geschichtliche Littcraturzeigte vorher ein das Durchschnittswachstum um 1 "/g übersteigendesWachstum, dann einen Rückgang, der hinter der Durchschuittsabnahmcum 11 "/g zurückbleibt. Den Gegenpol endlich zu dem starken relativenWachstum der philosophischen bildet der tiefe Fall der theologischen undhandelswissenschaftlichcn Littcratur. Die erstere zeigt gerade im Jahr-fünft 1801—1805 ein Wachstum, das dasjenige des Durchschnitts-wachstums um 30 "/g übertrifft, dann aber einen Niedergang, der um12 °/g unter dem Durchschnittsrückgange steht; die letztere stand vorher15 über dem Durchschnittswachstum, dann 36 unter dem Durch-schnittsrückgang. In der Sprache dieser Ziffern der an die HinrichsscheBuchhandlung eingesandten neuen Vcrlagsartikcl geredet, hätte in jenergroßen und schweren Zeit das Geschick am stärksten die Handelsintercssengelähmt und die Sorge ums Haushalten in den Vordergrund gedrängt,und hätte die Not die Nation nicht beten, sondern denken und streitengelehrt.
Es kommt aber noch zweierlei hinzu: die Flucht iu das welt-entrückte, und doch Kräfte der Weltbezwingung nährende Reich der Musikund der Dichtung und die starke Beschäftigung mit frei geschriebenenpolitischen Broschüren. Denn, was das letztere betrifft, auch mit derUnterdrückung des freien Wortes war es wenigstens nicht so furchtbar,wie uns der Blick in eine ferne Vergangenheit glauben läßt, der ver-größert, indem er verkleinert, weil er Zerstreutes zusammenrückt. Hartwar der Druck, der auf dem Zcitungswescn lastete, und außerordentlich