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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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64 2. Kapitel: Der Buchhandel im Kampfe um Rechtsschutz und Preßfrciheit.

in dieser Hinsicht zum unmittelbaren Ausgangspunkte neuer Zustündeund Gestaltungen.

Das erste hier einschlägige Dokument stammt schon vom 24. Februar1814 und ist bereits ein Antwortbricf: nämlich von Johann FriedrichHartknoch in Dresden an Paul Gotthelf Kummer in Leipzig , der jenenum Vermittlung in Sachen der Unterdrückung des Nachdrucks beiFriedrich von Gentz, Hofrat bei der Hof- und Staatskanzlei zu Wien und späterem ersten Sekretär und Protokollanten der Plenarsitzungenbeim Wiener Kongreß , ersucht hatte.

Deutschlands Befreiung vom französischen Joche", schrieb in ihremersten Meßbcrichte nach der Leipziger Schlacht die sächsische Kommerz-deputation,ist besonders auch für den durch den härtesten Preßzwangund sonstige vielfältige Beschränkungen und Bedrückungen dem Unter-gange nahegebrachten Deutscheu Buchhandel eine große Wohlthat". Undsofort aus der gleichen Leipziger Messe , der Ostcrmcsse 1814, wähltendeutsche Buchhändler eine aus sechs Mitgliedern bestehende Deputationzur Verfolgung der Interessen des Buchhandels. Sie bestand aus dendrei Leipziger Deputierten Paul Gotthelf Kummer, Friedrich ChristianWilhelm Vogel und C. F. Enoch Richter, I. G. Cotta in Stuttgart ,Johann Friedrich Hartknoch in Dresden und Legationsrat Dr. FriedrichJustin Bcrtuch in Weimar , der das Sekretariat übernahm. Vogel warnach dem Tode von Johann Ambrosius Barth (8. Februar 1814) andessen Stelle gewählt worden, und zwar hatte der Rat selbst Kummerund Richter aufgegeben, zur Wahl eines neuenHandlungsdeputirten"zu schreiten; die drei Jahre zuvor eigentlich nur zu dem besonderen Zweckeder Begutachtung der Perthesschen Eingabe ernannte Deputation wardamit als dauernde Institution anerkannt; Richter hat sein Amt bis zumJahre 1827, Kummer bis zum Jahre 1833, Vogel bis zu seinem imJahre 1842 erfolgten Tode verwaltet. DieVollmacht", die die Ver-sammlung der Deputation ausstellte, spricht die Ziele, mit deren Ver-folgung sie sie betraute, ganz insgemein aus, nämlich dahin, derWieder-belebung, Reinigung und einer neuern bessern Organisation" des deutschenBuchhandels, die in der derzeitigen sehr günstigen Periode nach derglücklichen Wiedcrbefreiung Deutschlands sicher zu hoffen stehe, mit ver-einter Kraft und im Namen und Austrag aller soliden und redlich ge-sinnten deutschen Buchhandlungen zu arbeiten und thätigst zu wirken: