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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Nvvitüten und Wahlzettel, Börseiiblatt-Biblwgrapliie.

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Hinrichsschcn Buchhandlung in Leipzig eingehenden Neuigkeiten und Fort-setzungen brachte, zunächst nach Titeln geordnet, bis es dann, dem Zweckedes Verschreibcns angemessener, nach Verlegern eingeteilt und durch einnach Titeln geordnetes monatliches Neuigkeitsverzeichnis ergänzt wurde.Daneben aber entstand nun auch der allgemeine Novitätenwahlzettel:zuerst der von F. Maule in Jena, 184049. Der Gedanke der Ver-bindung einer solchen Einrichtung mit dem Börsenblatt lag nahe genuguud wurde deshalb im Buchhandel vielfach und mit Lebhaftigkeit be-sprochen. Als das Blatt aber endlich, mit Beginn des Jahres 1853,Verschreibungszettcl beizufügen begann, hatte inzwischen schon ein zweiterNovitätcnwahlzettcl so festen Fuß gefaßt, daß, wie der Maukesche von ihmverdrängt wurde, so auch die Bestellzettelbeilage des Börsenblatts sichnicht zu halten vermochte: der Novitätenwahlzettcl, herausgegeben vonC. W. B. Naumburg in Leipzig , der seit dem Jahre 1846 erschien undauch weiteren Konkurrenzuntcrnehmungen gegenüber das Feld behauptete.Nicht wenigen freilich schien dadurch das Novitätenverschreiben allzu sehrerleichtert zu sein; als man daran dachte, den Börsenblatt-Wahlzettelwieder einzuführen, wurde der Plan zunächst (1866) verworfen, weil manübermäßigem Verschreiben nicht Vorschub leisten wollte.

Der Neuigkeitsverkehr, vervollkommnet durch kurzfristige periodischeBibliographie und Verwendung des Wahlzettels und durch den Fort-schritt der Verkehrsmittel, bedeutete eine gründliche Wandlung in denGcschäftsformen am Meßplatz. Die Wandlung bestand im Absterbendes persönlichen Handels auf der Messe und wurde deutlich sichtbar seitdem zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Und der nächste Ring,der sich hier ansetzen mußte, war die entsprechende Veränderung derAbrechnung. Sie blieb zunächst noch in sehr altertümlicher Form be-stehen. Allerdings begann schon von demselben zweiten Jahrzehnt andas kräftigere Steigen der grundsätzlichen Bedeutung des Kommissionärsfür die Besorgung der Abrechnung und das Ausbleiben der Sortimcntcr.Aber bis zur Errichtung der Buchhändlerbörsc herrschte ans der Leipziger Buchhändlcrmcsse trotzdem noch ein Leben alten Gepräges: wo der Einzelnezwei bis drei Wochen in der Mcßstadt anwesend war und in alter Um-ständlichkeit persönlich die eigentliche Abrechnung erledigte, wo man ge-legentlich aus dem dunkeln Paulinum mit Mcßstrazzen und Abrechnungs-