394 1^- Kapitel: Die Rcformbewegung dis zum Ausgang der sechziger Jnhrc.
und vom Gesamtladenprcis 6,» "/^ beträgt. Wir haben dabei das obenangegebene Agio unberücksichtigt gelassen, wodurch sich der Reingewinnum 55 Thlr. erhöhen würde; dafür ist aber andrerseits zu bedenken,daß ordentlicher Weise sowohl im Jahresabschluß wie in der fingiertenAufstellung auch böse Schulden und Zinsverlustc hätten angerechnet werdenmüssen, nnd wenn diese nur zu 1 "/<> von der Ncttosummc des Absatz-bctrags, also in der Aufstellung zu 48 Thlr. angeschlagen würden, sowürde die Summe von rund 400 Thlr. für den Reingewinn doch wiedererreicht sein.
Ein Reingewinn, ohne Kundenrabatt, von 24 "/„ des Umsatzes: einVerhältnis also zwischen Produktion und Handel, das für den letzternjedenfalls durchaus günstig ist. Der Umsatz zeigt dabei eine Höhe, diedie Erhaltung einer Familie und des notwendigen Hilfspersonals bequem,im Falle des Jahresabschlusses (nach dessen eigenem Zeugnis) sogar sehrbequem gestatten würde. Dieses günstige Verhältnis aber durch Kundcn-rnbatt auf eine Stufe hcrabgcdrückt, die geschäftlich und social auch denbescheidensten Ansprüchen kaum oder gar nicht mehr genügen kann. DiePersonen, die das Geschäft des Jahresabschlusses erhalten muß, sindder Geschäftsinhaber, seine Frau, drei Töchter, ein Sohn, ein Gehilfe,zwei Lehrlinge, ein Dienstmädchen. Sic zu erhalten ist aber bei einemReingewinn von 579 Thlr. unmöglich und würde, wie der Jahres-abschluß meint, da sich dann auch die Unkosten erhöhen würden, wahr-schcinlich sclbst bei dem doppelten Sortimentsumsatz (14 822 Thlr.) un-möglich sein. Nun existiert dieses Geschäft und diese Familie aber doch.Wir erfahren, daß der Inhaber zwei Ncbenzwcige pflegt: Leihbibliothekund Journalzirkel. Jene wirft 86, dieser 88 Thlr. Gewinn ab. Aberauch der so auf 755 Thlr. erhöhte Reingewinn reicht zur Erhaltungnicht aus. Die Existenz wird erst ermöglicht durch das Verlagsgeschüft,das einen jährlichen Reingewinn von 866 Thlr. ergibt und so denTotalreingcwinn auf 1621 Thlr. hebt.
Nach einem ebenfalls im „Organ" erschienenen Aufsatz desselbenJahres wären beide Buchhändler als Schleudcrcr zu bezeichnen gewesen;schleudern, heißt es hier, bedeutet: „einen Rabatt geben, daß vondem Gesammtabsatz des Sortiments nicht wenigstens 20 "/g Nettogewinnbleiben". Eine solche Angabc über den Gewinn spricht für recht behag-liche Verhältnisse; wenn auch zu bedenken ist, daß der damalige Sorti-