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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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Eisenacher Sortimentertag,

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sucht, berechtigte Usancen vertritt (Klasing, Bielefeld ); 12) Herausgabeeinesoffiziell aufgestellten Verzeichnisses wirklicher Buchhändler" (Klasing,Bielefeld ); 13) Benutzung der Bcstellcmstalt und Zahlungsleistung aufder Buchhändlcrbörsc durch Verbindung mit einem Leipziger Kommissionärnur für Börsenvereinsmitglicder und Aufnahme sich neu etablierenderBuchhändler in den Börscnvercin nur auf Grund des Gutachtens einervom Börscnvercin niederzusetzenden Kommission (Kasseler Handlungen).

Also Damm und Deich gegen die Wogen der Gcwerbefrciheit: seitensdes Staates durch Buchhändlcrprüfung, seitens des Buchhandels durchStaatsanwalt" und Buchhändlcrmatrikel; das so abgegrenzte Sortimentorganisiert in Provinzialvcrbändcn; Unterbinduug der vom Großsortimentausgehenden Konkurrenz und Abstellung der direkten Lieferung des Ver-legers an das Publikum, unterstützt beides durch die Einrichtung neuerKommissionsplütze; der Barbezug ersetzt durch die buchhändlerischc Halb-jahrsrechnung; im Verkehr mit dem Publikum Abstellung des Rabattsund Einführung der Halbjahrsrcchnung (und wo möglich Barzahlung).

Die Verhandlungen begannen mit dem Punkte, den man als denwichtigsten an die Spitze der Tagesordnung gestellt hatte, und der seineSpitze gegen die Schleudern der Großsortimentcr in Leipzig richtete.Der positive Vorschlag, der der Versammlung vorgelegt wurde, und dervon einem Verleger, Aug. Klasing in Bielefeld , herrührte, bestand darin,daß den Leipziger Großsortimcntern vom Verlag nur noch mit 10 "/ Auf-schlag geliefert werde. Er wurde in einer von Heinrich Wild (Zürich ) ab-geänderten und erweiterten Form zu folgendem Beschluß erhoben:DieVerleger sind zu ersuchen, an sämmtlichc Großsortimentcr, speziell analle Leipziger, ihren Verlag nur mit 15 "/^ vom Ladenpreis auszu-liefern. Die Kommissionäre sind zu ersuchen, es als persönliche Ehren-sache zu betrachten, dafür zu sorgen, daß der ihnen gewährte volle Rabattnicht mißbraucht werde". An die Behandlung des ersten schloß sichdiejenige des letzten, von den Kasseler Handlungen ausgestellten Punktes,der unverändert angenommen wurde. Das Fundament war gelegt: derin Leipzig centralisierte Buchhandel dem Börscnvercin; Tod der Schleudcr-konkurrcnz des Großsortimcnts. Aber wer führt die Beschlüsse durch;und wer ist der Börscnvercin? Die Ausführung wurde dem Vorstanddes Vereins der Deutschen Sortimcntsbuchhändlcr übertragen, und sämt-liche Anwesende, soweit sie noch nicht seine Mitglieder waren, erklärten