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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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12. Kapitel: Die Ncformbcwcgung bis 1883.

Wie nicht die Maschine sie zu ihrer Produktion, sondern wie umgekehrtdie zunehmende Größe und Vielseitigkeit ihrer Verlagsproduktion sie zurKonsolidierung der Herstellung durch die Angliederung der nötigen tech-nischen Ncbenbetriebe drängte.

Die größten und kapitalkräftigsten Vcrlagsdruckcreien arbeiten miteiner Einzclbuchstabensctz- und Gießmaschine, deren Stundenleistung,während der geschickte Handsetzer stündlich bis zu 2000, die Zeilengieß-maschineLinotype " bis zu 7000 Buchstaben setzt, bis zu 12000 fertiggesetzte und gegossene Einzclbuchstaben beträgt. Die Produktionsleistungeiner Falunaschinc mit automatischem Anlcgcapparat beträgt täglich biszu 19000, einer Heftmaschine bis zu 12000 Bogen, einer Buch-cinhängcmaschiue bis zu 6500 Bänden, einer Dcckenmachmaschine biszu 4500 Decken.

Je stärker aber die bezeichneten inneren Wandlungen und Fort-schritte gerade seit dem letzten Jahrzehnt des Jahrhunderts sich Bahnbrachen, und in je mehr sich steigernden Dimensionen sie es thaten, umso weniger stellt uns die Kunde von der Vergangenheit in unsre Gegen-wart als in den Stand nun endlich ruhenden Seins und für immererreichter Ruhe und um so mehr in den aus der Vergangenheit begrif-fenen Werdens und aus der Geschichte begriffener Aufgaben.

Es handelt sich um die geschlossene Eigenart eines Volkes undLandes und um die Forderungen, die sie selbst erheben; Herstellung undVertrieb der Bücher haben ihnen zu dienen, nachkommend und voran-eilend; die Formen sind die rechten, die dem gerecht werden.

Der Wille der Zukunft ist der des Rechts des Gesetzes, das fürjeden gleich ist, und des Rechts der Leistung, das jeder täglich neu zubeweisen hat.