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Erzeü, mit, tropischen Ölfrüchten, Futtermitteln, Kautschuk,Kolonialwaren usw. ausreichend versorgen. Icii habe michbesonders gefreut, daß der Herr Vortragende die große Be-deutung unterstrichen hat, welche der deutsche Käufer in denbritischen Kolonien besitzt. Diese Beziehungen werden oftunterschätzt, anscheinend aus dem etwas subalternen Grunde,daß unsere amtliche Statistik es leider unterläßt, unsere Handels-beziehungen zum gesamten britischen Imperium zum Ausdruckzu bringen. Sie gibt uns nur die Beziehungen zum Mutter-lande und dann die Beziehungen zu den einzelnen Teilen desReiches au. Aber sie gibt keine Ziffern für das gesamteImperium. Demzufolge wird Lei derartigen Erörterungen häufignur von dem Verkehr mit England allein gesprochen. Er warja sehr erheblich, es waren 2,ö Milliarden Mark vor dem Kriege.Aber der Verkehr zwischen Deutschland und deu britischenBesitzungen steht hinter dieser Ziffer nicht allzu weit zurück.Dieser Verkehr zwischen uns und deu britischen Besitzungenbelief sich in Ein- und Ausfuhr auf 1,8 Milliarden Mark. Eshatte unsere Einfuhr aus deu britischen Besitzungen von 1903bis 1913 um volle 900 Millionen Mark zugenommen. Der ge-samte Güteraustausch mit dem britischen Imperium beträgt alsorund 4 Milliarden. Das sind 20 % unseres gesamten Außen-handels. Dazu kommt dann noch ein Verkehr von 4 1 /, Milliardenmit den verschiedenen amerikanischen Freistaaten. Demzufolgebeträgt also der gesamte britische und amerikanische Verkehr8 ä / g Milliarden gegenüber den 4 1 ; i Milliarden des österreich-ungarischen und russischen Verkehrs. Überdies bietet derrasch zunehmende Reichtum der britisch-amerikanischen Weltfür die Verwertung unserer Qualitätsprodukte wohl auch aus-sichtsreichere Möglichkeiten als das relativ arme und kultur-lose Osteuropa .
Im Hinblick auf diese unerfreulichen, aber leider nicht ausder Welt zu schaffenden Zusammenhänge erscheint mir dieWiedererneuerung unseres Welthandels eine politische Führungnotwendig zu machen, welche stets darauf bedacht ist, wie esBismarck in Nikoisburg war, daß der Feind von heute wiederunser Freund oder besser gesagt, vielleicht unser Geschäfts-freund von morgen werden kann und werden muß. (Beifall.)
Exelienz von Rechenberg:
Meine Damen und Herren! Gestatten Sie mir bei dervorgerückten Stunde nur einige Worte zu der Frage vonMitteleuropa oder, richtiger gesagt, eines Wirtschaftsbündnisses