GutslandEoggen 110 PudWeizen 65 „
Bauernland
30—10 Pud von der Defsjätine30 |„ „ ,, „
Einstimmig bestätigten alle Beobachter in jener Gegendden Niedergang der durchschnittlichen bäuerlichen Wirtschaft.Dieser Niedei-gang zeigt sich jedoch in den beiden bereistenBezirken in verschiedener Weise. Im Norden sah ich Sinkendes Mittelniveaus. Zwar fand ich hier gröfsere Gleichheitunter den Bauern, aber diese Gleichheit bewegt sich nachunten; beispielsweise ist in den letzten 15 Jahren der Durch-schnitt des auf den einzelnen Pächter kommenden Ackers ge-sunken; der bäuerliche Viehstand hat abgenommen.
v. Schulze-Gaevernitz, Stadien a. Kufsl.
Viehhaltung von selbst verbunden ist. Unter den Getreide-arten überwiegt der Roggen. Die Pflügung ist eine sehroberflächliche; sie geschieht mittels des grofsrussischen Hacken-pfluges (Socha), welcher das Land nicht tiefer als D/2 Zollritzt, oder mittels des kleinrussischen Pfluges, welcher zweibis drei Zoll tief in den Boden eindringt. Jedoch kommenauch Fälle vor, dafs lediglich geeggt und der Samen soforthinter der Egge eingestreut wird. Gedroschen wird mitDreschflegeln, zwei aneinander gebundenen Knütteln ver-schiedener Länge. Alle diese Ackergeräte sind fast aus-schliefslich aus Holz und eigenhändig von den Bauernhergestellt; besonders merkwürdig ist der russische Bauern-wagen, welchen man ohne jeden Metallbestandteil an-treffen kann; sein antiquarisches Interesse mufs er mitäufserst geringer Tragfähigkeit bezahlen. Gedüngt wird nichtoder in äufserst seltenen Ausnahmefällen. Folge ist bei deroberflächlichen Pflügung die Erschöpfung der Bauernäckerund geringe Ernten. Das eine der von mir besuchten Güterwar bis vor kurzem unter Eigenbewirtschaftung des Guts-besitzers, wobei es Tiefpflügung und Düngung genossen hatte.Die Folge war, dafs dieselben Bauern als Pächter hier zwei-bis dreimal soviel von der Defsjätine ernteten, wie von deneigenen Feldern: im gegenwärtigen Jahre z. B.