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Freie Meere! / Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
Seite
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in Nußland unterdrückten Nationalitäten, sowie der von Nußlandbedrohten Nachbarn. Mag Herrschaft und Knechtschaft derMensch-heit dereinst zur segensreichen Erziehung gereicht haben: heute trittan ihre Stelle die Organisation freier Glieder, die in ihrer Eigen-art durch das Ganze geschützt sind ein deutscher Kulturgedanke.

Der Gedanke der Organisation der Gedanke des Wert-ganzen und seiner durch Eingliederung freien Glieder arbeitetim Unterbewußtsein von Millionen Deutscher. Er arbeitet auchdort und dort vielleicht gerade am meisten, wo er nicht insLicht der philosophischen Selbstbesinnung gerückt ist. Gerade daßunsere Gegner unsBarbaren" nennen, beweist, daß ihnen dieseletzten Quellen unserer Kraft unzugänglich sind daß sie unsereStärke und Anbesiegbarkeit nicht ermessen und nur Äußerlichkeitennachahmen können.

Rückblickend: Die schweigende Größe Alt-Preußens dieKant, Fichte und Hegel, alle jene Riesen, die das KindleinMenschheit durch das Meer des Zweifels zum ewigen Felsenufertrugen die Goethe, Schiller und Beethoven , jene Meister desWortes und des Tones, welche heute Verkörperung heischen inFleisch und Blut dieser sichtbaren Welt die Stein, Scharnhorstund Gneisenau, jeneReformer", welche den preußischen Staatmit der deutschen Idee vermählten und damit beide rettetenWilhelms I. einzigartige Charaktergröße, die das Genie ausfandund ertrug,und jeder Zoll ein König" die Bismarck undMoltke, welche das zerrissene Vaterland zur europäischen Groß-und Landmacht erhoben, deren Stärke heute die weitesten Welt-fragen bestimmt sie alle, die Helden unserer Vorzeit, sindunsere Kampfgenossen. Äber den Köpfen der Feldgrauen habensie die Geisterschlacht bereits gewonnen. Aber das Sichtbarefolgt dem Ansichtbaren. In dieser alten Wahrheit,die sich trotz allen gegenteiligen Scheins immer wiederdurchsetzt, beruht die unerschütterliche Sicherheitunseres endlichen Sieges. Dieses Deutschland kannnicht untergehen, noch ihm das Schicksal Hindost ansbereitet werden. Denn der Weltgeist redet heutedurch Deutschland .

Hinter schwerem Gewölk, unter Sturm und Donnerschlägen,unbeirrt durch das Gekrächz feiler Dämmerungsgeschöpfe, steigtdie Sonne der Deutschen ihrer Mittagshöhe entgegen. Erst wenndiese Höhe erreicht und überstiegen ist, erst im Vollgefühl der39