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Die Technik.
des bisher allem gebräuchlichen Stalldüngers bewerkstelligt werdenkönne. Diejenigen Stoffe aber, auf deren Ersatz vor allem derLandwirt sein Augenmerk zu richten hat, weil ihr Vorhanden-sein im Boden entscheidend sttr das Wachstum der Pflanze ist,die Natur selbst aber für ihre Erneuerung keiue genügende Sorgeträgt, sind Phosphvrsäure und Kali. Erstere iu der Form vonphosphorsaurem Kalk, der erst aufgeschlossen werden mußte, ent-deckte man in den an Chiles regenlvseu Küsten zu riesigen Bergenangehäuften Bogelexkrementen, dem Guauo, der deshalb uud weiler zudem viel Stickstoff enthält, bald zu einem beliebten Dünge-mittel wurde. Heute jedoch sind die Guanvfelder au den KüstenChiles fast abgebaut, sodaß audere Phosphate die Stelle des Guanoersetzt habeu. Uuter diesen ragte das Mehl der Thomasschlackeuhervor, des Abfallproduktes bei der Eutphosphoruug des Eisensim basischen Bessemer- und Siemens Martinprozeß, das seit 1888verwandt nnd in Deutschland selbst (aus Gründen, die ich späternoch erörtere) in besonders hervorragenden Meugeu erzeugt wird.Bou dem jährlichen Phvsvhorsäure-Bedarf, den Deutschland inHöhe von etwa 640000 t hat, werden heute beinahe drei Viertel(450000 t) durch Thomasphosphat gedeckt.
Ebenso bedeutsam für Deutschlands Volkswirtschaft ist aberder Umstand geworden, daß, wie ich an anderer Stelle schon er-wähnte, der Boden Deutschlands nicht nur die reichsten, sondernauf der ganzen Erde die einzigen Schätze an Kalisalzen, also demzweiten Hauptdüngemittel, birgt. Die Staßsurter Salzlager habenzum erstenmale im Jahre 1861 kleine Mengen von Kalisalzen(2400 t im Werte von 42 000 Mark) geliefert. Seitdem ist dieMenge der geförderten Kalisalze von Jahr zu Jahr beständiggestiegen. 1870 betrug die Ausbeute 375 300 t im Werte von3358000 Mark, 1880 665900 t im Werte von 6783000 Mark,1890 1274 900 t im Werte von 16 505 000 Mark, währeüd 1900fast die dreifache Touuenzahl geliefert wurde, nämlich 3 050 600 rim Werte von 39 111000 Mark. Diese Mengen bleiben zumgrößten Teile in Deutschland : 1900 betrug die Ausfuhr an Ab-raumsalzen 468 277 t.
Tas stickstoffhaltige Material, dessen Zuführung die Frucht-